Darum gehts
- Francesca, 17, verlässt nach 200 Tagen Spital in Mailand
- Brandopfer mit 70 % verbrannter Haut und verätzten Lungen überlebt
- Zwölf Jugendliche verletzt bei Brandkatastrophe in Crans-Montana 2025
«Was ich als Erstes tun werde? Sushi bestellen», erzählt die 17-jährige Francesca auf der Heimfahrt vom Spital. Sie ist das letzte italienische Brandopfer von Crans-Montana, das noch in Behandlung war. Am Donnerstagnachmittag, nach über 200 Tagen Pflege im Spital, durfte Francesca endlich die Niguarda-Klinik in Mailand verlassen.
Die 17-Jährige ist eine von insgesamt zwölf Jugendlichen aus Italien, die bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht verletzt wurden. Francesca hat es dabei besonders schlimm erwischt. Fast 70 Prozent ihrer gesamten Haut wurden verbrannt. Der Rauch hatte ausserdem die Lungen der 17-Jährigen verätzt, wie der «Corriere della Sera» schreibt. «Bin ich tot?», hatte sie ihre Eltern nach der Brandkatastrophe immer wieder gefragt.
«Das ist eine unermessliche Freude»
«Es ist ein wunderbares Gefühl. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder in dieses Auto steigen würde», erzählte sie einem Reporter der italienischen Zeitung auf der Heimfahrt vom Spital. Die Ärzte und Pfleger der Niguarda-Klinik haben die Jugendliche in einem emotionalen Facebook-Post verabschiedet. «Wir haben den Eltern ein Versprechen gegeben: Alles zu tun, um ihre Kinder nach Hause zu bringen. Heute wurde dieses Versprechen eingelöst. Das ist eine unermessliche Freude», schreibt das Spital dazu. Auf den Fotos ist das Pflegepersonal zusammen mit Francesca zu sehen.
Auch die Jugendliche hat die Mitarbeitenden des Spitals in den letzten Monaten wohl sehr ins Herz geschlossen. «Bevor ich ging, wollte ich mich von allen verabschieden. Besonders den Krankenschwestern und dem gesamten Pflegepersonal wollte ich Lebewohl sagen.»
Obwohl Francesca nun wieder daheim ist, muss sie weiter gepflegt werden. «Die Krankenschwestern kommen zu mir nach Hause, um meine Wunden zu versorgen, und ich muss mich Physiotherapie und einer Laserbehandlung unterziehen», schildert die Jugendliche. «Ich muss mich mit einem UV-Sonnenschirm, Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille vor der Sonne schützen. Es ist noch ein langer Weg, aber das ist der erste Schritt.»