Darum gehts
- Konflikt zwischen Italien und Schweiz wegen Ermittlungen zu Crans-Montana eskaliert
- Italien beklagt fehlende Kooperation und ruft Botschafter aus Bern zurück
- Von 2020 bis 2025 gab es 15 gemeinsame Ermittlerteams
Die italienischen Behörden lassen nicht locker. Schon nach einem Treffen der Walliser und italienischen Staatsanwaltschaft zu den Ermittlungen zur Brandnacht von Crans-Montana, hatte sich die italienische Seite beklagt.
Vertreter des Bundesamts für Justiz hätten sich gegenüber den fünf italienischen Gästen «respektlos» verhalten. Zentraler Streitpunkt sei die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe gewesen, die Rom seit Wochen fordert.
Rom bleibt unzufrieden
Und der Konflikt zwischen Rom und Bern scheint noch lange nicht beigelegt. Das zeigt ein Tweet vom Freitagmorgen vom offiziellen Account der italienischen Botschaft in der Schweiz, in dem die mangelnde Kooperation zwischen den Justizbehörden beider Länder beklagt wird.
Von 2020 bis 2025 habe es 15 gemeinsame Ermittlungsteams zwischen Italien und der Schweiz gegeben, schreibt die italienische Botschaft in Bern. «Warum wurde das Team zum Massaker von Crans-Montana am 19. Februar vom Bundesamt für Justiz an die Staatsanwaltschaft Rom zurückgewiesen?» Die Unzufriedenheit ist offensichtlich.
Die italienische Regierung hatte nach der Freilassung von Barbetreiber Jacques Moretti (49) beschlossen, den italienischen Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, nach Rom zurückzubeordern. Für italienische Medien wie den «Corriere della sera» war das ein «entschlossener diplomatischer Schritt», um Italiens Unmut über die Art und Weise der Ermittlungen zum «Massaker» zum Ausdruck zu bringen.
Dieser Unmut sei nach wie vor spürbar. Das zeige nicht nur die Tatsache, dass der italienische Botschafter nicht in sein Büro in Bern zurückgekehrt ist. Auch der Druck in den sozialen Medien bleibt hoch.
Die offizielle Schweiz hingegen wollte bisher dem Druck aus Rom nicht nachgeben und zeigte sich darüber vor allem erstaunt. Bundespräsident Guy Parmelin (66) hatte gegenüber der italienischen Regierung denn auch klar gemacht, dass in der Schweiz die Gewaltenteilung herrsche. Die Ermittlungen lägen in der Verantwortung der Justiz.