Darum gehts
- Nach Brand in Crans-Montana kämpfen Opfer weiter mit gesundheitlichen Folgen
- Opfer berichten von stundenlangen Verzögerungen bei medizinischer Versorgung
- Mindestens drei Fälle von verspäteter Behandlung laut ARD-Bericht
Ungefähr ein halbes Jahr ist seit der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS vergangen. Viele der Überlebenden kämpfen bis heute mit den Folgen.
Valentin B.* (17) schaffte es in der Silvesternacht mit lebensgefährlichen Verbrennungen raus aus der Bar, wie er der deutschen «Tagesschau» erzählt. Er sagt dem TV-Team der Sendung, er habe erst um 3.30 Uhr Hilfe erhalten. «Ich hatte noch Glück», ergänzt er. Er gehörte zu denjenigen, die prioritär behandelt wurden.
Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen
Nach Recherchen des ARD-Studios Genf ist er nicht das einzige Opfer, das erst mehr als zwei Stunden nach dem Ausbruch des Feuers behandelt worden sein soll. Es soll mindestens drei solcher Fälle geben. Die Recherchen stützen sich auf Erinnerungsprotokolle und Spitaldokumente.
Auch Sofia (16) aus Mailand gehört zu diesen Fällen. Gemäss ihrem Anwalt Fabrizio Ventimiglia soll sie zu spät versorgt worden, ihr gesundheitlicher Zustand deshalb heute schlechter sein. Er hat eine Beschwerde bei der Walliser Staatsanwaltschaft eingereicht.
«Es gab nicht genug Krankenautos, die die Ausstattung hatten, um den Menschen bei der Atmung zu helfen», kritisiert er. «Sofia fehlte es an Sauerstoff.» Dies habe zur Schädigung ihrer Lunge beigetragen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber dem ARD-Studio Genf, dass in der Sache Ermittlungen eingeleitet wurden.
* Name bekannt