Als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, stellte Elon Musk (55) den ukrainischen Streitkräften sein Satellitensystem Starlink zur Verfügung. Für die Armee des angegriffenen Staates ist das System von entscheidender Bedeutung, etwa für die Kommunikation unter den Truppen und für Aufklärungsarbeit an der Front.
Dementsprechend gross war die Panik, als die Starlink-Systeme in der Ukraine vergangene Woche nicht mehr richtig zu funktionieren schienen. Kiew beschuldigte die USA, die Geschwindigkeit von Starlink gedrosselt zu haben. Auch Präsident Wolodimir Selenski (48) zeigte sich enttäuscht und äusserte harsche Kritik an US-Präsident Donald Trump (80). «Wenn Sie in der Mitte sind, müssen Sie in der Mitte bleiben, nicht auf der falschen Seite», sagte er.
Wurde Trump darüber informiert?
Ob Starlink in der Ukraine aber tatsächlich auf Befehl der US-Regierung hin gedrosselt wurde, wurde nie offiziell bestätigt. Jetzt berichtete jedoch das «Wall Street Journal», dass Musk wohl tatsächlich selbst die Verlangsamung des Systems befahl. Das sagten zwei Informanten der Zeitung.
Ob Trump zuvor über die Drosselung informiert wurde, bleibt nach wie vor unklar. Einer der zwei Informanten behauptete, Musk hätte das Thema vor seiner Entscheidung mit dem US-Präsidenten besprochen. Laut dem zweiten Informanten besprachen die zwei das Thema erst nach der Drosselung. Trump selbst sagte nach Bekanntwerden der Verlangsamung, er wisse nicht, wer dafür verantwortlich sei. «Aber ich möchte es herausfinden.»
Eiszeit zwischen Washington und Kiew
Die Drosselung kam, nachdem sich das Verhältnis zwischen Washington und Kiew tagelang verschlechtert hatte. Trump warf dem ukrainischen Präsidenten immer wieder vor, den Krieg mit Russland unnötig zu verlängern. Kreml-Chef Wladimir Putin (74) würde einen Deal dringender wollen als Selenski, so der US-Präsident. Zudem bezeichnete er ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien als eine «Schande».