Kiew erhebt schwere Vorwürfe gegen Washington. Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter beschuldigte die USA, Russland im Krieg gegen die Ukraine indirekt zu unterstützen.
Wie die BBC schreibt, wirft dieser den USA unter anderem vor, die Ukraine nicht vor russischen Raketen gewarnt zu haben. Zudem sei die Geschwindigkeit des Satellitensystems Starlink gedrosselt worden. «Es ist offensichtlich, dass Russland aus irgendeinem Grund geholfen wird», erklärte er am Mittwoch in Kiew.
Einschränkungen bei der Kommunikation
Das von Elon Musks (55) SpaceX betriebene Satellitensystem ist für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front von entscheidender Bedeutung. Doch Serhij Beskrestnow, Technologieberater im ukrainischen Verteidigungsministerium, bestätigte, dass Starlink in der Nacht zum Mittwoch «erheblich eingeschränkt» war.
Dies habe militärische Operationen der Ukraine behindert. Zwar gibt es Berichte, dass die Störung mittlerweile behoben sei, doch eine unabhängige Bestätigung steht aus. Auch Präsident Wolodimir Selenski (48) zeigte sich enttäuscht und äusserte harsche Kritik an US-Präsident Donald Trump (80). «Wenn Sie in der Mitte sind, müssen Sie in der Mitte bleiben, nicht auf der falschen Seite», sagte er. Er wisse nicht, wer ihn auf die falsche dränge, es sei aber nicht «die richtige Seite der Geschichte», so Selenski.
Einschränkungen von Trump angeordnet?
Nach dem umstrittenen US-russischen Dieselabkommen und den Einschränkungen von Starlink fühle sich die Ukraine «verraten». «Wir verkaufen unser Land nicht. Es geht für uns nicht um Geschäfte. Es geht um unser Leben», sagte Selenski in einem Interview mit der BBC.
Das Starlink-System gehöre der US-Regierung und werde vom Militär kontrolliert, verteidigte sich Elon Musk. Einschränkungen würden auf Anweisung des Präsidenten erfolgen. Washington wies jedoch Vorwürfe zurück, die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine zu drosseln.
Im Gegenzug warf Donald Trump dem ukrainischen Präsidenten immer wieder vor, den Krieg unnötig zu verlängern. Jüngst sagte er auch, dass Kreml-Chef Putin einen Deal dringender wolle als Selenski.