Am Sonntag verkündete US-Präsident Donald Trump (80) einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Doch Moskau und Kiew gaben zunächst an, nichts von einem solchen Deal zu wissen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) äusserte sich kurze Zeit später positiv über den Deal. Aus Russland folgte hingegen erst am Montag eine offizielle Antwort. Der russische Aussenminister Sergei Lawrow (76) wies den Deal zurück, um Selenski «keine Pause auf dem Schlachtfeld» zu ermöglichen.
Trump hat sich inzwischen mit einer eigenen Einschätzung zum Stand des Energie-Waffenstillstands geäussert. Im Gegensatz zu Lawrow behauptet Trump, dass Kreml-Chef Wladimir Putin stärker an einem Deal interessiert sei als Selenski. «Ich glaube, Putin will tatsächlich mehr einen Deal abschliessen als Selenski», sagte Trump am Montag vor Reportern im Weissen Haus.
«Putin will einen Deal abschliessen»
Damit ist der ukrainische Präsident erneut in die Ungnade Trumps gefallen. Bereits am Samstag hatte Trump Selenski scharf kritisiert und die Wahl eines neuen ukrainischen Präsidenten gefordert. Trumps Vorwurf: Selenski wolle den Krieg gar nicht beenden. Trumps Seitenhieb gen Kiew folgte, nachdem Selenski den von Trump am Freitag angekündigten Diesel-Deal mit Russland kritisiert hatte.
Am Sonntag folgten dann erneute Angriffe auf die jeweilige Infrastruktur in Russland und der Ukraine. Selenski hatte Russland vorgeworfen, den Energie-Stillstand nach Angriffen auf Gasanlagen verletzt zu haben. Die Ukraine reagierte mit Angriffen auf russische Ölraffinerien.
Trump wettert immer wieder gegen Selenski
Trump räumte zwar gegenüber den Reportern «Verstösse auf beiden Seiten» ein, wies jedoch jegliche Schuldzuweisungen gegen Putin zurück. «Putin will einen Deal abschliessen, und wir müssen Selenski dazu bringen, ebenfalls einen Deal abschliessen zu wollen», so Trump. Der US-Präsident resümierte: «Sie müssen sich zusammensetzen und diesen lächerlichen Krieg beenden. Es ist lächerlich.»
Es ist nicht das erste Mal, dass US-Präsident Trump gegen den ukrainischen Präsidenten wettert. Schon in der Vergangenheit hatte Trump Selenski immer wieder vorgeworfen, den Ukraine-Krieg unnötig zu verzögern, da er keinen Deal mit Putin schliessen wolle. Auch wegen der US-Militärausgaben für den Ukraine-Krieg kritisierte Trump den ukrainischen Präsidenten wiederholt und bezeichnete ihn als «grössten Geschäftsmann der Geschichte».