Botox, Bomben, Budapest
Wie Israels Geheimplan für den Iran scheiterte

Als Teheran unter Raketenbeschuss steht, entkommt ein schwarzer Peugeot mit einem unerwarteten Passagier: Mahmud Ahmadinedschad. Was hinter der geheimen Mossad-Operation und dem spektakulären Fluchtversuch steckt.
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Irans Ex-Präsident vollzog nach seiner Amtszeit einen interessanten Wandel.
Foto: BLI_2013_06_15

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Israel rettet Ahmadinedschad Ende Februar 2026 bei Raketenangriff in Teheran
  • Ex-Präsident verweigerte Kooperation und steht nun unter Hausarrest des Geheimdienstes
  • Ahmadinedschad wurde seitdem nur bei Chameneis Beerdigung im März 2026 gesehen
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Daniel MacherRedaktor News

Als Ende Februar der Iran unter heftigem Beschuss von US- und israelischen Raketen steht, herrscht Chaos in Teheran. Mittendrin bahnt sich ein schwarzer Peugeot seinen Weg durch die Strassen. An Bord: Mahmud Ahmadinedschad (69). Am Steuer: Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad.

Zuvor war das Anwesen des ehemaligen Präsidenten der Islamischen Republik im Süden der Metropole von Raketen getroffen worden. Das Gebäude seiner Leibwächter wird zerfetzt, sein gepanzerter Wagen geht in Flammen auf. Minuten später zerren Männer den Ex-Präsidenten ins Auto. Weltweit verkünden Medien – auch der Blick – Ahmadinedschads Tod.

Doch Ahmadinedschad überlebte, sicher untergebracht in einem geheimen Versteck. Wie eine Recherche der «New York Times» zeigt, stand hinter der Rettung ein jahrelanger Plan: Denn ausgerechnet seinen grössten Feind wollte Israel als neuen Herrscher des Iran installieren. Die Chronologie eines gescheiterten Plans.

Vom Hardliner zum West-Versteher

Einst als aggressiver Hardliner und Holocaust-Leugner bekannt, der Israel bedrohte, durchlief Ahmadinedschad nach seiner Präsidentschaft eine bemerkenswerte Wandlung. Von übergrosser Khaki-Jacke zu massgeschneiderten Anzügen, von Anti-Israel-Rhetorik zu moderaten Tönen – er gab sich volksnah und kritisierte die Korruption der iranischen Eliten und bot Sprechstunden für Bürger an.

Dieser Wandel machte ihn offenbar interessant für Israel. Der Mossad beobachtete seine wachsende Distanz zum Regime um Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei (1939–2026). Ahmadinedschad, mehrfach von Wahlen ausgeschlossen und zunehmend verbittert, zeigte sich plötzlich offen für neue Allianzen. 

Erster Budapest-Trip

Anfang 2024 ruft ein hochrangiger ungarischer Regierungsbeamter den Rektor der Ludovika-Universität in Budapest an. Die Hochschule soll eine Klimakonferenz organisieren – und als Starredner ausgerechnet Ahmadinedschad einladen. Hinter dem akademischen Vorwand steckt ein anderes Ziel: In Budapest soll der Ex-Präsident heimlich israelischen Geheimdienstlern begegnen.

Der Handschlag mit dem Mossad-Chef

Bei seinem Besuch 2024 trifft Ahmadinedschad dem Bericht der «New York Times» zufolge persönlich David Barnea (61), den damaligen Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Israel informiert anschliessend die CIA darüber, dass es nun direkte Kontakte zum ehemaligen Erzfeind pflegt. In den folgenden Monaten soll Ahmadinedschad von Israel Geld für Reisen und Unterkunft erhalten und sich mehrfach mit Agenten treffen – vor allem in Budapest.

Zweiter Budapest-Trip kurz vor Kriegsbeginn

2025 kehrt Ahmadinedschad erneut an die Ludovika-Universität zurück, wieder unter dem Deckmantel einer Konferenz. Seine iranischen Leibwächter berichten später, der Ex-Präsident habe sie mehrfach abgeschüttelt und sei stundenlang verschwunden. Auf Nachfrage spricht er nur von Treffen mit Professoren. Tatsächlich soll er sich mit israelischen Operativen getroffen haben, die den Regimewechsel detailliert vorbereiteten.

Raketenangriff und Rettung ins Safehouse

Mit Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Ende Februar 2026 tritt der Plan in die heisse Phase. Ein israelischer Luftschlag zerstört Ahmadinedschads Sicherheitskomplex und sein gepanzertes Auto. Der Angriff wirkt wie ein Mordanschlag – und sollte gleichzeitig die Überwachung durch die Revolutionsgarden sprengen. Minuten später bringen Mossad-Agenten ihn im schwarzen Peugeot in ein geheimes Versteck innerhalb des Iran.

Ahmadinedschad steigt aus – und landet im Hausarrest

Doch der Mann, um den sich alles dreht, spielt nicht mit. Nach Angaben mehrerer Insider ist Ahmadinedschad wütend über die chaotische Operation und zunehmend misstrauisch gegenüber dem israelischen Plan, ihn an die Macht zu bringen. Er verlässt das Safehouse unter bis heute ungeklärten Umständen.

Irans Sicherheitsapparate beginnen, seine Kontakte zu Israel zu rekonstruieren – und schlagen zu: Nach übereinstimmenden Medienberichten steht Ahmadinedschad inzwischen unter Aufsicht des Geheimdienstes der Revolutionsgarden und befindet sich faktisch im Hausarrest.

Das Phantom bei Chameneis Beerdigung

Wo genau er festgehalten wird, ist unklar. Öffentlich aufgetaucht ist Ahmadinedschad nur ein einziges Mal seit seiner Flucht aus Teheran: bei den tagelangen Trauerfeiern für Ali Chamenei (†86). Auf Videos in den sozialen Medien ist der Ex-Präsident zu sehen, in eine braune Jacke gehüllt, den Blick gesenkt. Er spricht kein Wort. Rings um ihn: Sicherheitsleute der Revolutionsgarden.

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