Darum gehts
- Israel und USA greifen Iran am 28. Februar militärisch an
- US-Präsident Trump bestätigt Angriff auf iranische Ziele
- Explosionen in Teheran gemeldet, Ausnahmezustand in Israel ausgerufen
In der Nacht auf Samstag haben Israel und die USA den seit Wochen schwelenden Konflikt mit dem Iran auf eine neue Stufe gehoben. Berichte sprechen von mehreren Explosionen in und um Teheran, die israelische Regierung spricht von einem Präventivschlag gegen akute Bedrohungen. Israels Bevölkerung stellt sich auf Vergeltungsangriffe ein, die USA haben ihre Präsenz in der Region verstärkt.
Was ist passiert?
Israel hat in den frühen Morgenstunden einen militärischen Angriff auf Ziele im Iran gestartet und ihn offiziell als «Präventivschlag» bezeichnet. Aus Teheran werden mehrere Explosionen und Rauchwolken in der Innenstadt gemeldet. In Israel heulen Luftschutzsirenen, die Regierung hat den Ausnahmezustand ausgerufen, weil sie mit iranischen Gegenangriffen rechnet.
Beteiligen sich die USA tatsächlich am Angriff?
Mehrere US-Medien berichteten zunächst, dass sich die USA mit eigenen Luft- oder Marschflugkörperangriffen beteiligen, die Rede war von eingesetzten Tomahawk-Raketen. Am Morgen bestätigte US-Präsident Donald Trump (79) auf seiner Plattform Truth Social, dass die USA umfangreiche Angriffe gegen den Iran gestartet hätten.
Welche Ziele wurden angegriffen?
In ersten Berichten ist von Angriffen auf Ziele in oder nahe Teheran die Rede. Bilder und Videos zeigen Einschläge an mehreren Orten in der Hauptstadt. Es gibt Vermutungen, dass militärische oder nuklearrelevante Einrichtungen im Fokus stehen – vor dem Hintergrund früherer US- und israelischer Angriffe auf iranische Atomanlagen wie Fordo, Natanz und Isfahan. Noch unklar ist, welche konkreten Anlagen diesmal getroffen wurden und wie stark sie beschädigt sind. Dazu gibt es noch keine offiziellen Angaben.
Nach Augenzeugenberichten aus der iranischen Hauptstadt Teheran wurde unter anderem die Residenz von Irans Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei getroffen. Er soll sich nach Angaben aus iranischen Kreisen aber an einem sicheren Ort befinden. Unklar bleibt, wo genau sich Chamenei aufhält und in welchem Umfang das politische und militärische Führungszentrum in Teheran beeinträchtigt ist.
Warum greifen Israel und die USA den Iran jetzt an?
Israel begründet den Schlag als «Präventivschlag», um unmittelbare Bedrohungen durch den Iran zu beseitigen, insbesondere Raketen- und Drohnenangriffe auf israelisches Territorium. Die USA und Israel stehen seit längerem im Konflikt mit Teheran über dessen Atomprogramm. Washington will verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt, hatte in den letzten Wochen seine militärische Präsenz in der Region massiv verstärkt und unter anderem Flugzeugträger Richtung Iran geschickt. Die jetzigen Angriffe folgen auf gescheiterte oder festgefahrene Verhandlungen über das Atomprogramm und auf eine bereits sehr angespannte Lage nach dem israelisch-iranischen Krieg 2025 sowie früheren US-Luftangriffen auf Atomanlagen. Eigentlich hatten die USA und Iran ab Montag neue Verhandlungen in Genf angekündigt – ob diese nun stattfinden, ist fraglich.
Wie reagiert der Iran bisher?
Iranische Staatsmedien berichten von Explosionen in Teheran. Ob und wie die iranische Luftabwehr reagiert hat, ist bisher nur bruchstückhaft bekannt. Aus früheren Eskalationsphasen ist bekannt, dass Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte in der Region oder Verbündete reagieren kann, noch ist die Situation aber unübersichtlich.
Es besteht ein hohes Eskalationsrisiko. Nach Angaben der israelischen Armee (IDF) hat der Iran kurz vor 9.30 Uhr Raketen auf Israel abgefeuert. In Nordisrael waren zu diesem Zeitpunkt Explosionen zu hören, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Die israelische Luftwaffe erklärte, sie operiere, um Bedrohungen abzufangen und gegebenenfalls anzugreifen, um die Bedrohung zu beseitigen.
Iran könnte auch mit Raketen und Drohnen gegen US-Stützpunkte reagieren. Weitere US- und israelische Angriffe wären dann wahrscheinlich. Eine regionale Ausweitung ist möglich, etwa über Verbündete wie die Hisbollah – wie in früheren Phasen des Konflikts bereits geschehen.
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