Welche Ziele könnte der Iran ins Visier nehmen?
Der Iran hat mit einem Gegenangriff begonnen, nachdem die USA und Israel das Land am Samstagmorgen attackiert haben. Welche Ziele könnte das Mullah-Regime ins Visier nehmen? Diese Blick-Grafik zeigt es dir:
So funktioniert Israels Raketenschutzschirm
Das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 gilt als das modernste und effektivste der Welt. Die Abwehr-Raketen des Systems erreichen eine Flughöhe von bis zu 100 Kilometer und können sogar feindliche Langstreckenraketen aus dem Weltall abfangen. Gleichzeitig verfügen sie über über eine Reichweite von bis zu 2400 Kilometern. Mehr dazu liest du hier.
Spitäler im Iran im Alarmzustand
Nach den neuen militärischen Angriffen gegen den Iran hat das Gesundheitsministerium erste Massnahmen getroffen. Der Rund-um-die-Uhr-Betrieb in Kliniken werde aufrechterhalten, hiess es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Ebenfalls sollen landesweit ausgewählte Apotheken Tag und Nacht geöffnet sein. Ärzte und Personal im Gesundheitswesen sollen sich in Bereitschaft halten. Kriegsverletzungen sollen kostenlos behandelt werden.
Netanyahu fordert Regimewechsel im Iran
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (76) hat am Samstagmorgen in einer Videobotschaft einen Regimewechsel im Iran gefordert. Es war der erste Wortbeitrag des Premiers nach Beginn der neuen US-israelischen Angriffe auf das Land.
Netanyahu rief «alle Teile des iranischen Volkes» dazu auf, «das Joch der Tyrannei abzuwerfen und ein freies und friedliches Iran herbeizuführen». Er sagte: «Unser gemeinsames Vorgehen wird die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann.»
Netanyahu bedankte sich bei US-Präsident Trump für «seine historische Führungsrolle». «Diesem mörderischen Terrorregime darf nicht erlaubt werden, Atomwaffen zu erwerben, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen», hielt Netanyahu weiter fest.
Krieg tobt auch im Cyberspace
Der Iran ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars Ziel von massiven Cyberangriffen geworden. Betroffen sind demnach mehrere inländische Nachrichtenagenturen und zentrale Plattformen, die mit erheblichen Störungen zu kämpfen hätten. Dazu zählten auch die Websites der Nachrichtenagenturen Irna und Isna. Die Agentur Fars steht den Revolutionsgarden nahe.
Viele Menschen im Iran umgehen staatliche Medien und informieren sich – solange sie Zugang zum Internet haben – über Websites der Auslandsopposition oder in sozialen Medien wie Instagram oder Telegram.
Erster Gegenschlag des Irans
Nach Angaben der israelischen Armee (IDF) hat der Iran Raketen auf Israel abgefeuert. In Nordisrael waren zu diesem Zeitpunkt Explosionen zu hören, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete. Die israelische Luftwaffe erklärte, sie operiere, um Bedrohungen abzufangen und gegebenenfalls anzugreifen, um die Bedrohung zu beseitigen.
Kurz danach vermeldete das israelische Militär eine zweite Welle von Raketenangriffen, die auf Ziele innerhalb Israels gerichtet waren.
Wichtiges Nuklearzentrum bombardiert?
Iranische Staatsmedien haben Explosionen am Rande der Stadt Isfahan gemeldet. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Südöstlich von Isfahan liegt ein wichtiges Nuklearzentrum, das bereits im vergangenen Jahr bombardiert wurde.
Bund rät von Reisen ab
Nach der Eskalation in Nahost in der Nacht auf Samstag rät der Bund von Reisen nach Israel ab. Für den Iran gilt derselbe Hinweis bereits seit einiger Zeit.
Nachdem die israelische Regierung den Notstand ausgerufen und den Luftraum gesperrt hat, hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstag mit einer verschärften Reisewarnung reagiert.
Die Entwicklung der Lage sei ungewiss, heisst es. Schweizer Staatsangehörige, die sich in Israel aufhalten, werden vom EDA darauf hingewiesen, dass sie die kommerziellen Transportmittel nutzen sollen, wenn sie das Land verlassen möchten. Der Entscheid zur Ausreise erfolge freiwillig, auf eigenes Risiko und auf eigene Kosten.
Von Reisen in den Iran hatte das EDA bereits zuvor abgeraten. Israel und die USA haben nach eigenen Angaben am Samstag mit «umfangreichen Angriffen» gegen den Iran begonnen. Letzte Woche hatten die Parteien in Genf verhandelt.
Schah-Sohn wendet sich an Iraner
Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi (65), wendet sich in einer Videobotschaft an das iranische Volk. In den vergangenen Wochen hat sich Pahlavi als möglicher demokratischer Nachfolger von Machthaber Ali Chamenei (86) in Stellung gebracht.
Am Samstag erklärt er nun, dass die US-Angriffe auf den Iran eine «humanitäre Intervention» darstelle, «deren Ziel die Islamische Republik, ihr Repressionsapparat und ihre Tötungsmaschinerie» sei. «Die Zeit, wieder auf die Strasse zu gehen, ist nah», sagt er weiter. Pahlavi bekräftigt seinen Glauben an einen Zusammenbruch des Mullah-Regimes.
Für seine Landsleute hat er eine Botschaft: «In diesen entscheidenden Stunden und Tagen müssen wir mehr denn je unser oberstes Ziel im Auge behalten: die Rückeroberung des Iran.» Er bittet die Zivilbevölkerung, vorerst zu Hause zu bleiben und sich gleichzeitig wachsam und bereit für ein «letztes Eingreifen» auf der Strasse bereitzuhalten. «Wir stehen kurz vor dem endgültigen Sieg», schliesst er die Videobotschaft ab.
Karte zeigt Angriffsziele im Iran
Diese Karte vom Blick-Grafikteam zeigt die Orte, an denen Angriffe erfolgten:
Explosionen wurden in der Hauptstadt Teheran sowie den Städten Karadsch, Isfahan, Kermanschah und Ghom gemeldet.
Der Staat Israel hat am Samstagmorgen einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat einen landesweiten Ausnahmezustand verhängt.
Die Bevölkerung soll sich in Schutzzonen begeben. In ganz Israel heulten die Luftalarm-Sirenen. «Dies ist eine vorsorgliche Warnung, um die Bevölkerung auf mögliche Raketenangriffe auf unser Territorium vorzubereiten», betonte ein Armeesprecher. Im ganzen Land wurden die Menschne per Handy vor einer «äusserst ernsten Gefahr» gewarnt.
USA sollen an Angriff beteiligt sein
Iranische Medien und die Nachrichtenagentur AFP meldeten mehrere Explosionen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Zwei dichte Rauchwolken stiegen laut AFP-Journalisten in zwei unterschiedlichen Bezirken der Stadt auf. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass mehrere Raketen in das Republikviertel der iranischen Hauptstadt eingeschlagen seien.
Das «Wall Street Journal» berichtete, dass sich an dem Militärschlag auf den Iran auch die USA beteiligen und ebenfalls Angriffe durchgeführt wurden. Dies unter Berufung auf einen US-Beamten.
Die US-Botschaft in Katar verhängte für alle Mitarbeiter eine Ausgangssperre, schrieb «Al Jazeera». Es wurde allen US-Bürgern empfohlen, Schutz zu suchen.
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