Darum gehts
- Reiseanbieter beobachten weiterhin sehr niedrige Nachfrage nach USA-Reisen
- Swiss bietet Tickets von Zürich nach New York ab 468 Franken an, Condor ab 299.95 Franken
- Der erhoffte WM-Effekt ist begrenzt
USA-Reisen liegen alles andere als im Trend. Das zeigen zumindest die Buchungszahlen von Schweizerinnen und Schweizern. Seit der Wiederwahl Donald Trumps (80) sind die Buchungen im Tiefflug. Sicherheitsbedenken, erschwerte Einreisebedingungen und die Politik des republikanischen Präsidenten schrecken die Reisenden ab. Dagegen kämpfen die Fluggesellschaften an, indem sie die ausbleibenden Gäste mit Tiefpreisen in die USA locken wollen.
So unter anderem Condor: Die deutsche Airline bietet Flüge von Zürich via Frankfurt nach Nordamerika ab 299.95 Franken an. Und auch die Swiss lockt mit billigen Tickets ohne Zwischenstopp: Ein Flug von Zürich nach New York und wieder zurück ist laut der eigenen Buchungswebsite ab 468 Franken zu haben. Im Gegensatz dazu klettern Flugpreise nach Asien wegen des Irankriegs in die Höhe.
Die Hoffnung auf den WM-Effekt
Nach dem Nachfrageeinbruch hofften Fluggesellschaften und Reiseanbieter auf die Fussball-Weltmeisterschaft. Das fast sechs Wochen lange Megaturnier, das in 16 Städten in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, sollte die eingeschlafene Nachfrage wecken. Ein erstes Zwischenfazit fällt nun aber enttäuschend aus.
Bisher kann die WM die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Reiseanbieter Dertour Suisse teilt auf Anfrage mit, dass man keine Nachfragesteigerung beobachte, die auf das Turnier zurückzuführen sei. Trotz der punktuellen Erholung, ausgelöst durch die Fussball-WM, ist die Lust nach USA-Reisen weiterhin tief. «Die Nachfrage zeigt sich in den vergangenen Wochen respektive Monaten unverändert und ist weiterhin zurückhaltender als in den Vorjahren», sagt eine Sprecherin des grössten Schweizer Reiseunternehmens zu Blick.
Auch Tui Suisse bestätigt den anhaltenden Negativtrend: «Es gibt zwar Gäste, die wegen der WM in die USA reisen. Allerdings stellen wir keine substanzielle Steigerung der Nachfrage fest», so der Reiseanbieter auf Anfrage. Und weiter: «Das Gesamtvolumen liegt deutlich unter dem der Vorjahre.»
Nur einzelne Verbindungen betroffen
Auch die Airlines spüren nur einen bedingten WM-Effekt. «Je nach Spiel sehen wir auf bestimmten Strecken und an gewissen Daten deutlich mehr Buchungen aus der Schweiz in die USA als im Vorjahr», sagt ein Swiss-Sprecher zu Blick. «Wir spüren also durchaus, wann und wo die Schweizer Nationalmannschaft im Einsatz ist.»
Auch bei der Swiss-Schwester Edelweiss sorgt die Mega-WM nur für ein bisschen mehr Nachfrage. Vor allem aber für Verbindungen zum nördlichen Nachbarn der USA. So verzeichne man auf den Kanada-Verbindungen nach Vancouver und Calgary eine leicht über dem Vorjahr liegende Nachfrage. Von einer richtigen Erholung spricht also auch bei den Fluggesellschaften niemand.
Fazit: Nicht mal König Fussball kann die Lust auf USA-Reisen neu entfachen. Bisher entpuppte sich die WM für die Reisebranche als Enttäuschung. Für Konsumenten, die schon immer mal in die Staaten reisen wollten, bieten sich aber gerade jetzt so günstige Flugpreise wie schon lange nicht mehr.