Darum gehts
- Edelweiss verspricht sichere Ferien trotz Kerosin-Krise, Sommerflugplan wird ausgebaut
- Zusätzliche Flüge auf die Malediven statt in die USA
- Ab 2027 können Passagiere direkt bei Edelweiss «Miles & More»-Meilen sammeln
Edelweiss-Kommerzchef Patrick Heymann (52) verspricht trotz Kerosin-Krise sorglose Sommerferien. «Die Ferien sind sicher. Wir haben genug Kerosin», sagt Heymann im Gespräch mit Blick. Eine Taskforce der Lufthansa-Gruppe beobachte die geopolitische Krise. Doch es gebe «keine Anhaltspunkte», dass in der Schweiz der Treibstoff plötzlich ausgehen könnte. Das Kerosin aus der Schweiz kommt nicht nur aus Asien, sondern auch aus Nigeria und den USA. So ist man weniger abhängig vom Mittleren Osten.
Der Ferienflieger baut den Flugplan um: Statt auf die USA setzt die Airline auf Europa und auf den Indischen Ozean. Wegen US-Präsident Donald Trump (79) hat die Nachfrage nachgelassen. Malediven statt Denver heisst die neue Devise. «Wir haben uns versichern lassen, dass es dort genügend Kerosin gibt», sagt Heymann.
Edelweiss empfiehlt rechtzeitig zu buchen
Während die Lufthansa Flüge streicht, baut Edelweiss den Sommerflugplan in Europa aus. Es finden zusätzliche Flüge auf die Kanaren, Balearen und in die nordischen Länder statt. Gefragt sind sichere und gut erreichbare Feriendestinationen wie Spanien, Norwegen oder Grossbritannien. Heymann beobachtet ein kurzfristigeres Buchungsverhalten: «Zu Beginn der Sommerferien füllen sich die Flieger rasch – wir empfehlen, rechtzeitig zu buchen», sagt der Edelweiss-Manager.
Im Hinterkopf ist längst mehr geplant: Der neue Airbus A350 öffnet der Airline die Tür zu noch längeren Strecken. «Wir prüfen von Rio de Janeiro, Fortaleza und Bahia in Brasilien über Indonesien, Vietnam und die Philippinen verschiedene Optionen.»
Edelweiss stellt weiterhin Flugbegleiter ein
Trotz Ferien-Euphorie herrscht bei der Edelweiss ein beinhartes Sparprogramm: Die Lufthansa-Tochter muss im Gleichschritt mit der Swiss 10 Prozent der Kosten einsparen. Das bedeutet: Einstellungsstopp, Nein zu Geschäftsreisen, Weiterbildungen und Teamevents werden gestrichen.
Piloten und Flugbegleiter sind von den Sparmassnahmen ausgenommen, weil die Flugzeuge sonst nicht in die Luft kämen. Während Swiss die Zahl der Flugbegleiter reduziert und mit einer Pauschale von 15'000 Franken zur Kündigung motiviert, stellt die Edelweiss nach wie vor fliegendes Personal ein.
Künftig bei «Miles & More» dabei
Seit 2008 gehört Edelweiss zur Lufthansa-Gruppe und ist Schwestergesellschaft von Swiss – trotzdem konnten Ferienpassagiere bisher keine Meilen direkt bei der Airline sammeln. Wer Punkte wollte, musste den Edelweiss-Flug über die Swiss buchen. Jetzt kommt die Wende: Ab voraussichtlich Mitte 2027 wird Edelweiss Mitglied des beliebten Programms «Miles & More», wie Heymann ankündigt. Damit können Feriengäste ihre Meilen künftig direkt auf Edelweiss-Buchungen sammeln.