Darum gehts
- Der Schweiz droht ein Kerosin-Engpass: Die Pflichtlager decken nur 72 Tage Bedarf
- Die Reservelager wurden wegen des Covid-Pandemie-Nachfrageeinbruchs nicht wie geplant aufgefüllt
- Ende 2025 hätten die Vorräte nur für 2,2 Monate statt für 3 Monate gereicht
Europas Flughäfen droht wegen des Iran-Kriegs schon bald der Treibstoff auszugehen. Zuletzt warnte Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), davor, dass das Kerosin nur noch für etwa sechs Wochen reicht – also bis Ende Mai. Dann müssen die Länder auf ihre nationalen Pflichtlager zurückgreifen. Und hier ist die Schweiz aktuell schlechter aufgestellt als bisher angenommen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Demnach deckt der derzeitige Kerosinpflichtlagerbestand nur den Bedarf für 72 Tage. Das bestätigte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) gegenüber der Zeitung. Brisant: Laut Gesetz müssten die Reserven eigentlich für drei Monate reichen. Ende 2025 lag die Deckung sogar nur bei 2,2 Monaten.
Tiefere Kerosinlagerbestände wegen Corona
Der BWL-Sprecher begründet die Lücke mit der während der Covid-Pandemie gesunkenen Nachfrage nach Flugtreibstoff. Dies habe den Lageraufbau verzögert. Weil sich der Flugverkehr seither wieder stark erholt hat, ist auch der Kerosinbedarf der Airlines gestiegen. Die beobachteten Abweichungen seien aber «innerhalb des üblichen Streubereichs», so das BWL gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Das Kerosin wird in der Schweiz durch die Organisation Carbura eingelagert. Zu deren Mitglieder zählen globale Ölkonzerne wie Shell und BP, aber auch Fluggesellschaften wie Swiss und Easyjet.