Iran-Krieg macht Fliegen teurer
Wegen Benzinkrise müssen Airlines tausende Flüge streichen

Die Preise für Treibstoff spielen zurzeit verrückt – mit Folgen nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Fluggesellschaften. United Airlines kürzt darum den Flugplan um fünf Prozent. Auch Flüge ab Zürich und Genf könnten betroffen sein.
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Die US-Fluggesellschaft United Airlines greift wegen der Kerosinpreise zu einer drastischen Massnahme.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wegen der hohen Kerosinpreise streicht United Airlines 5 Prozent des gesamten Flugplans
  • Laut Berechnungen des Unternehmens könnten Kerosinpreise jährlich 11 Milliarden Dollar Zusatzkosten verursachen
  • Auch andere Airlines reagierten neben Preiserhöhungen mit einer Reduzierung des Angebots
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Der Krisenherd des Iran-Kriegs liegt im Nahen Osten. Trotzdem spürt man seine Auswirkungen auf der ganzen Welt: Weil die iranischen Revolutionsgarden seit dem Kriegsausbruch die für Ölexporte zentrale Strasse von Hormus blockieren, schiessen die Rohölpreise in die Höhe. Die Folge: Auch die Preise für Treibstoff – sei es Benzin, Diesel oder Kerosin – steigen rasant an. Seit Ende Februar haben sich die Kosten für den Flugzeug-Treibstoff praktisch verdoppelt. 

Kerosin ist in den meisten Ländern steuerfrei und direkt an den Rohölpreis gekoppelt. Steigt der Preis, steigen auch die Betriebskosten für Fluggesellschaften – die Ausgaben für das Flugzeugbenzin machen rund ein Viertel ihrer Gesamtkosten aus. Die US-amerikanische Airline United greift deshalb zu einer drastischen Massnahme: CEO Scott Kirby (58) kündigt an, wegen der hohen Spritpreise rund fünf Prozent des Flugplans zu streichen.

Werden auch Flüge in die Schweiz annulliert?

Auf dem aktuellen Niveau entstünden für die Fluggesellschaft zusätzliche Spritkosten von 11 Milliarden Dollar jährlich, erklärt Kirby in einem Memo an die Belegschaft. Das wäre mehr als doppelt so viel wie der Rekordgewinn von United im Jahr 2025.

United bedient auch Strecken ab Zürich und Genf, beispielsweise nach Boston, New York oder San Francisco. Ob diese den Sparmassnahmen zum Opfer fallen, ist noch nicht bekannt. Kirby spricht davon, vor allem unrentable Strecken streichen zu wollen, die etwa drei Prozent der United-Kapazitäten ausmachen. Rund ein Prozent fällt bereits durch die ausgesetzten Flugverbindungen nach Nahost weg. Und ein weiteres Prozent soll am United-Drehkreuz in Chicago eingespart werden. 

Die amerikanische Airline ist kein Einzelfall. Auch andere Fluggesellschaften haben wegen der stark gestiegenen Treibstoffpreise ihre Flugpläne reduziert: Scandinavian Airlines kündigte an, für April rund 1000 Flüge zu streichen, um «finanziell stabil zu bleiben», so CEO Anko van der Werff (51). Und auch Air New Zealand plant die Stornierung von rund 1100 Flügen bis Mitte Mai, ebenfalls mit Verweis auf die extremen Kerosinpreise. Zahlreiche weitere Airlines haben bisher nur mit einer Erhöhung der Ticketpreise reagiert.

Düstere Prognose von United-Firmenchef

An der Nachricht von United hatten die Anleger am Freitag keine Freude: Die Unternehmensaktie – United ist an der Wall Street kotiert – gab nach der Ankündigung deutlich nach und ging mit einem Minus von 4,2 Prozent aus dem Handel.

Wie lange die Energiepreise noch verrückt spielen ist schwer vorherzusagen. Im Worst Case bleibt die Strasse von Hormus über längere Zeit unpassierbar. United stelle sich darauf ein, dass der Erdölpreis weiter bis auf 175 US-Dollar (rund 138 Franken) pro Barrel zulegen wird, sagt Kirby. Die Nordsee-Ölsorte Brent notiert aktuell bei rund 107 Dollar. Ausserdem geht der CEO davon aus, dass der Ölpreis nicht vor Ende 2027 wieder unter die 100-Dollar-Marke sinken wird. Trotzdem versucht er, optimistisch zu bleiben: «Es ist möglich, dass es nicht so schlimm kommen wird.» 

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