Deshalb spüren wir Krisen an der Zapfsäule
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Blick erklärt:Deshalb spüren wir Krisen an der Zapfsäule

Trump gerät unter Druck – Begründung für Wende ist irr
USA wollen Sanktionen gegen iranisches Öl aufheben

Die Trump-Regierung erwägt, 140 Millionen Barrel iranisches Öl freizugeben, um die explodierenden Energiepreise zu stabilisieren. Bei Experten sorgt der Plan für Stirnrunzeln. Was steckt hinter der Wende?
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Der Trump-Regierung machen die steigenden Energiepreise zu schaffen.
Foto: imago/UPI Photo

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Laut US-Finanzminister Scott Bessent erwägen die USA die Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl
  • Dies würde ein Versuch darstellen, die explodierenden Öl- und Energiepreise zu bändigen
  • Konkret sollen 140 Millionen Barrel iranisches Öl kurzfristig freigegeben werden
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Je länger der Krieg im Iran andauert, desto stärker gerät US-Präsident Donald Trump (79) unter Druck. Innenpolitisch ein besonders heisses Eisen: die explodierenden Ölpreise, die selbst loyale Trump-Unterstützer verärgern. Sie bekommen diese nämlich in Form von teurem Benzin an den Zapfsäulen direkt zu spüren. 

Um die Preise zu drosseln, liebäugelt die US-Regierung nun mit einer Wende ihrer bisherigen Sanktionspolitik: In einem Interview mit dem Sender Fox Business verriet Finanzminister Scott Bessent (63), dass die USA eine Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl erwägen. Es wäre ein radikaler Kurswechsel: Seit knapp acht Jahren sanktionieren die USA konsequent iranische Ölexporte, um diese Einnahmequelle des Irans zu schwächen. 

Über 20 Milliarden Liter würden in den Markt gespült werden

Weiter führte Bessent aus, dass die USA eine Aufhebung für sanktioniertes Öl prüfen, dass sich bereits auf See befinde. Aktuell sind das etwa 140 Millionen Barrel oder mehr als 20 Milliarden Liter. Die Argumentation: «Im Wesentlichen werden wir die iranischen Fässer gegen die Iraner einsetzen, um den Preis für die nächsten 10 bis 14 Tage zu senken», so Bessent. Seine fragwürdige Annahme: Wenn das iranische Öl auf den Markt kommt, sinkt der Ölpreis. Das soll wiederum die Einnahmen des Irans reduzieren. Und damit die iranische Wirtschaft schwächen, so das Argument.

Der Plan sorgt unter Experten für Verwirrung. Diese sind sich laut mehreren US-Medien einig: Eine Aufhebung der Sanktionen dürfte nur begrenzte Auswirkungen auf die Ölpreise haben und könnte die Einnahmen des iranischen Regimes gar erhöhen.

Vielmehr dürfte es Bessent um die eigene Wirtschaft gehen. Denn: Die steigenden Benzinpreise werden für die Trump-Administration immer mehr zum Problem. «Die Amerikaner merken das am schnellsten, weil sie am wenigsten Steuern auf Sprit bezahlen», erklärt Rohstoffexpertin Cornelia Meyer gegenüber Blick. In europäischen Ländern gehen 50 bis 75 Prozent an den Staat, weshalb die Spritpreise bei uns weniger stark klettern als in den USA. 

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