Das ist die Saudi-Öl-Pipeline
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Strasse von Hormus angegriffen:Das ist die Saudi-Öl-Pipeline

Wird sie zum Kriegsziel?
Globale Energieversorgung hängt jetzt an dieser Öl-Pipeline

Seit Kriegsausbruch blockiert der Iran die wichtige Strasse von Hormus. Die Ölversorgung aus der Golfregion droht zu kollabieren. Saudi-Arabien hat eine Ausweichmöglichkeit – die aber nicht vor Angriffen gefeit ist, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
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Eine Satellitenaufnahme der strategisch wichtigsten Ölpipeline von Saudi-Arabien.
Foto: Airbus / GoogleEarth

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seit Kriegsausbruch blockiert der Iran die für Ölexporte wichtige Strasse von Hormus
  • Die wichtigste Alternative ist jetzt die Petroline in Saudi-Arabien
  • Der Golfstaat will die Pipeline-Kapazität von fünf auf sieben Millionen Barrel täglich erhöhen
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Der Iran-Krieg schüttelt die Weltwirtschaft durch. Denn seit Kriegsausbruch am 28. Februar klettert der Ölpreis. Der Hauptgrund: Der Iran blockiert die Strasse von Hormus – eine der wichtigsten Routen für die globalen Ölexporte. Zu Friedenszeiten transportieren Tanker etwa ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion durch die Meerenge. Derzeit wagen sich nur wenige Schiffe durch die schmale Passage am Persischen Golf – das stellen die iranischen Revolutionswächter mithilfe von Drohnen, Minen und Raketen sicher.

Je länger die Route blockiert bleibt, desto höher ist das Risiko eines Zusammenbruchs der Ölversorgung aus der Golfregion. Derzeit hängt sie an einem seidenen Faden. Oder besser gesagt an zwei 1200 Kilometer langen Stahlröhren in Saudi-Arabien. Gemeint ist die sogenannte Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien.

Saudis wollen Pipeline-Kapazität rasant steigern

Die Öl-Pipeline, auch Petroline genannt, geht einmal quer durch die saudische Wüste – und ist momentan die wichtigste Alternative zur Strasse von Hormus. Sie hat ihren Anfang im Ölfeld Abkaik bei der saudischen Hafenstadt Ras Tanura und endet im Hafen von Yanbu am Roten Meer.

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Die Doppelpipelines mit 1,20 und 1,40 Metern Durchmesser haben aktuell eine Kapazität von fünf Millionen Barrel pro Tag. Jetzt wollen die Saudis die Förderung aber massiv hochfahren, wie Amin Nasser (67), Chef des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, bei der Verkündung der Jahreszahlen erklärte. Bis zu sieben Millionen Barrel oder mehr als 1,1 Milliarden Liter Erdöl soll die Petroline täglich transportieren können – das entspricht etwa sieben Prozent des weltweiten Verbrauchs.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügen über eine Ausweich-Pipeline, die aber deutlich kleiner ist: Die 400 Kilometer lange Abu Dhabi Crude Oil Pipeline (ADCOP) hat nur ein Viertel der Kapazität der saudischen Petroline.

Werden die Pipelines jetzt zu Kriegszielen?

Die grosse Gefahr: Die saudische Mega-Pipeline könnte nun ins Visier für Gegenschläge geraten. Am Wochenende griff das US-Militär die kleine iranische Insel Kharg an, von der aus 90 Prozent der iranischen Rohölexporte abgewickelt werden. Der Iran hat mit Vergeltung gedroht: Im Falle weiterer Angriffe wolle man «sämtliche Öl- und Gasanlagen von Staaten zerstören, die an möglichen Angriffen beteiligt seien». Damit dürften auch die Ölpipelines von Saudi-Arabien und der VAE gemeint sein.

Die saudische Petroline wurde im Mai 2019 schon einmal angegriffen. Damals beschädigten Drohnen der Huthi-Miliz aus dem Jemen die Infrastruktur. Dies könnte sich wiederholen, was etwa der jüngste Vorfall in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigt: An der dortigen ADCOP-Pipeline kam es am Samstag durch Trümmer einer abgefangenen Drohne zu einem Brand am Terminal, wo die Pipeline endet. Die Verladung von Öl musste zwischenzeitlich eingestellt werden, ist seither aber wieder angelaufen. Von wem der Angriff ausging, ist bislang nicht bekannt.

Fest steht: Auch die vereinten Kräfte der beiden Golfstaaten reichen bei Weitem nicht aus, um den Ausfall der Strasse von Hormus zu kompensieren. Denn die Ölmenge, die Saudi-Arabien und die Emirate maximal durch ihre Pipelines schicken können, entspricht nur einem Drittel der bisherigen Transporte durch die heiss umkämpfte Meerenge. Trotzdem: Dieser Tage zählt jedes Fass Erdöl, das es aus der Golfregion schafft.

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