Strasse von Hormus gesperrt – so merkst du die Blockade im Portemonnaie
«Benzinpreise von über 2 Franken pro Liter sind möglich»

Der Iran hat als Reaktion auf die Angriffe der USA und von Israel die Strasse von Hormus geschlossen. Durch diese Meerenge muss fast alles Öl vom Golf. Droht uns deshalb ein Energiepreis-Schock?
Kommentieren
1/5
Die Strasse von Hormus ist die wichtigste Route für Ölexporte aus dem Nahen Osten.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Iran schränkt Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus seit Samstag ein
  • Ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs passiert die Meerenge
  • Brent-Ölpreis stieg am Freitag auf 72.48 Dollar pro Fass
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_AUTOR_243.JPG
Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran wirkt sich direkt auf die globale Energieversorgung aus. Wie stark, ist bisher noch nicht absehbar. Klar ist aber: Halten die Angriffe weiter an, droht eine Krise der Weltwirtschaft. Das liegt vor allem an der Strasse von Hormus, eine für den Schiffsverkehr strategisch wichtige Meerenge. Blick erklärt dir, was du dazu wissen musst.

Welche Auswirkungen hat der Konflikt auf den Ölpreis?

Nur schon Gerüchte, dass die Sicherheit an der Strasse von Hormus gefährdet sein könnte, wirkt sich auf den Ölpreis aus. Entsprechend reagierte der Markt bereits am Freitag. Der Preis für Öl der Sorte Brent kletterte rund 2 Prozent auf 72.48 Dollar pro Fass (159 Liter) – den höchsten Stand seit Juli 2025. Am Wochenende sind die Ölmärkte geschlossen. Heisst: Am Montag könnte es zum grossen Schock kommen, vor allem wenn sich kein schnelles Ende des Konflikts abzeichnet. «Märkte reagieren immer schnell», sagt Rohstoff-Expertin Cornelia Meyer zu Blick. Ganz nach dem Motto: Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Fakten. Die britische Bank Barclays rechnet damit, dass der Brent-Ölpreis pro Fass auf bis zu 100 Dollar steigt.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Wie bekommen wir den Konflikt finanziell zu spüren?

In der Schweiz bekommen wir die wohl steigenden Ölpreise unmittelbar bei den Kosten fürs Heizen mit Öl oder Gas zu spüren. Und beim Sprit fürs Auto, weil auch die Benzinpreise wohl klettern werden. Als Richtwert gilt: Werde der Ölpreis bei gleichbleibendem Wechselkurs um einen Dollar teurer, steige der Einkaufspreis für die Schweizer Tankstellenbetreiber um rund 1 Rappen, so Michael Knobel (45), Inhaber der Tankstellenkette Etzelpark, zu Blick. Konkret heisst das: «Sollte der Ölpreis wirklich auf 100 Dollar steigen, ist es möglich, dass wir an Tankstellen Preise von über 2 Franken pro Liter Benzin sehen werden. Aber nicht bei mir», sagt der Unternehmer, der für seine Preisbrecher-Aktionen bekannt ist. Er hat deshalb einen Tipp: «Ich rate allen, jetzt am Wochenende vollzutanken.» Immerhin: Eine Öl- oder Benzinknappheit droht unmittelbar nicht. Die Lager sind derzeit gut gefüllt. Langfristig drohen sogar steigende Preise im Supermarkt, denn höhere Transportkosten verteuern auf längere Sicht auch die Produkte.

Was ist die aktuelle Situation an der Strasse von Hormus?

Der Iran will die Seestrasse offenbar komplett sperren. Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur vom Samstag haben die Revolutionsgarden den Schiffsverkehr an der Strasse von Hormus eingeschränkt. Demnach wird Schiffen die Durchfahrt per Funksprüche untersagt. Mehrere Reedereien, Ölkonzerne und Handelsunternehmen haben deshalb ihre Fahrten durch die Meerenge eingestellt. Vollständig zum Erliegen ist der Schiffsverkehr bisher nicht gekommen. So wurde am Sonntag vor der Küste des Golfstaats Oman, nahe der Strasse von Hormus, der Öltanker Skylight angegriffen. Gerade vor den Häfen der Vereinigten Arabischen Emiraten stauen sich aber die Tanker, wie Trackerdaten des Schiffsverkehrs zeigen.

Warum ist die Meerenge so zentral für die Weltwirtschaft?

Die Strasse von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, ist die wichtigste Route für Ölexporte aus dem Nahen Osten. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs passiert die Meerenge. Der grösste Teil des Öls, das der Iran und Opec-Staaten durch Strasse von Hormus verschiffen, gelangt nach Asien. Jede Störung ist deshalb ein Risiko für die globale Ölversorgung. Gleichzeitig ist die Meerpassage nicht besonders tief und an der engsten Stelle bloss 38 Kilometer breit, was sie sehr verwundbar macht.

Leserreporter: Stehst du an der Tankstelle in der Schlange? Hast du einen hohen Benzinpreis entdeckt? Schicke uns dein Bild oder Video per WhatsApp an 079 813 80 41. 

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen