Darum gehts
- Ayatollah Ali Chamenei (†86) im Iran getötet, Übergangsrat eingesetzt
- Drei Politiker übernehmen vorübergehend die Führung, Expertenrat wählt einen Nachfolger
- Expertenrat besteht aus 88 einflussreichen Geistlichen laut Verfassung
Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei (†86) vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.
Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber.
Iranische Verfassung: Nach Tod von Staatschef wird Übergangsrat gebildet
Wer Chamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäussert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.
Die Nachfolge des Staatschefs ist in Artikel 11 der iranischen Verfassung geregelt. Ist der Staatschef nicht in der Lage, seine Pflichten zu erfüllen, stirbt er oder wird er vom Expertenrat abgesetzt, so wird ein Übergangsrat gebildet. Dieser besteht aus dem Präsidenten, dem Leiter der Justiz und einem von der Expertenversammlung gewählten Mitglied des Wächterrats. Der Übergangsrat übernimmt die Führungsbefugnisse und ist dafür verantwortlich, dass der Expertenrat innerhalb einer festgelegten Frist einen neuen Staatschef wählt.