Darum gehts
- Explosion am Dubai Airport stoppt Flugverkehr in der Region
- Ticketpreise steigen wegen Iran-Krieg und Treibstoffkosten im einstelligen Prozentbereich
- Tui Suisse bietet gebührenfreie Umbuchungen für Reisen via Dubai bis 31. März
Eine heftige Explosion am Dubai International Airport legt den Flugverkehr im Nahen Osten erneut lahm. Die Unsicherheiten für alle Fluggäste sind wegen des Iran-Kriegs enorm. Dieser fordert die Airlines – und treibt die Ticketpreise nach oben. Doch was bedeutet das für deine Sommerferien?
«Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Ferien will, sollte jetzt bereits buchen», rät Aviatik-Experte Hansjörg Bürgi (63). Ansonsten können die Preise schnell anziehen: «Ich rechne mit einem Anstieg der Ticketpreise von maximal zehn Prozent auf die bisherigen Preise», so Bürgi. Zudem rät der Experte, eine gute Reiseversicherung abzuschliessen. Wer jedoch flexibel ist, kann mit der Buchung auch noch zuwarten.
Das Problem: Wie die Benzinpreise steigen auch die Ausgaben der Fluggesellschaften für Kerosin. «Treibstoff macht mit rund 30 Prozent einer der grössten Kostenblöcke bei Airlines aus», erklärt Bürgi. Grosse Fluggesellschaften können da besser planen als kleinere.
Klar ist: Wer die Ferien für dieses Jahr bereits gebucht hat, ist jetzt im Vorteil – sofern es nicht in ein vom Krieg betroffenes Gebiet geht.
Weniger Flüge, höhere Preise
Weiter drückt das knappe Angebot die Preise nach oben: Fluggesellschaften meiden den Golfraum, Flugzeuge müssen deshalb auf andere Luftstrassen ausweichen. Der Platz ist jedoch begrenzt.
Gemäss Bürgi lohnt es sich, Reiseziele auszusuchen, die von mehreren Airlines regelmässig angeflogen werden. Wegen des Konkurrenzkampfs können die Fluggesellschaften die Ticketpreise nur bedingt anheben – sonst weichen die Passagiere auf andere Anbieter aus.
Von Zielen, die nur über einen Transit via Dubai oder Doha zu erreichen sind, rät der Experte komplett ab, solange der Iran-Krieg andauert. Bei einer Reise Richtung Westen über den Atlantik – etwa nach Kanada oder nach Südamerika – ist dagegen nichts von den Planungsschwierigkeiten bei den Fluggesellschaften zu merken. Ausser, dass die Flugticketpreise auch dorthin wohl steigen werden.
Ausnahme könnten da die USA sein: Reisen in die Vereinigten Staaten sind für viele Schweizer aktuell kein Thema, was die Preise zum Einbrechen bringt.
Reiselustige weichen aus
Reisende, die bis Ende Monat via Tui Suisse eine Pauschalreise über Dubai gebucht haben, können diese gebührenfrei umbuchen oder kostenlos stornieren. Der Reiseanbieter sieht bereits, dass Betroffene ihre Ferien in der Golfregion in den Herbst verschieben oder auf andere Ziele ausweichen – wie die Kanaren oder die Karibik. Auch beim Konkurrenten Dertour entscheiden sich Reisende lieber für Ziele im Westen.
Beide Anbieter raten zudem, Sommerferien rasch zu buchen. Dertour sieht diesen Sommer vor allem im Mittelmeerraum eine hohe Nachfrage, was die Preise zusätzlich nach oben treibt.
Bei den Reisewarnungen orientieren sich beide am Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Reisewarnung gelten neu für folgende Länder im Nahen Osten: Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Oman, Bahrain sowie Jordanien. Von Reisen in den Iran oder nach Israel sowie palästinensische Gebiete rät das EDA bereits seit längerem ab.
Wie sehr die Flugpreise steigen, hängt davon ab, wie lange der Konflikt dauert. Wenn der Krieg im Nahen Osten endet, wird es trotzdem mehrere Wochen dauern, bis sich der Flugverkehr wieder normalisiert hat.