Trump zeigt Angriffe auf Insel Kharg
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Clip auf Truth Social:Trump zeigt Angriffe auf Insel Kharg

Charg im Visier von Trump
Darum ist diese Mini-Insel die Achillesferse des Irans

Die winzige Insel Charg im Persischen Golf ist das wirtschaftliche Herz des Irans. Von hier aus werden 90 Prozent der Rohölexporte abgewickelt. US-Angriffe gefährden nun diesen lebenswichtigen Dreh- und Angelpunkt.
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Klein, aber zentral: Die iranische Insel Kharg.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Militärangriffe trafen Kharg-Insel im Persischen Golf am Freitag
  • Kharg wickelt 90 Prozent der iranischen Rohölexporte ab, strategisch entscheidend
  • 2'500 US-Soldaten in Region entsandt, mögliche Kontrolle über Insel geplant

Sie ist klein, unscheinbar und kaum jemand kennt sie. Dabei ist die Insel Charg im Persischen Golf enorm wichtig und im Visier von US-Präsident Donald Trump (79). Am Dienstagmittag meldete der Iran Explosionen auf der Ölinsel, Beamte Washingtons bestätigten in US-Medien Angriffe auf militärische Ziele.

Bereits Mitte März unternahmen die USA und Israel Angriffe auf Charg, wie US-Präsident Donald Trump damals auf Truth Social erklärte. «Vor wenigen Augenblicken hat das United States Central Command auf meine Anweisung hin einen der schlagkräftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens durchgeführt und jedes militärische Ziel auf der Insel Kharg, dem Kronjuwel des Iran, vollständig ausgelöscht», schrieb Trump damals auf seiner Plattform Truth Social.

Aber warum ist Charg so wichtig für den Iran? Die Insel ist Dreh- und Angelpunkt für die Ölexporte. Etwa 90 Prozent der Rohölexporte werden über Kharg abgewickelt. Die Attacke der USA Mitte März war nur ein Warnschuss, auch die neuen Angriffe scheinen nicht der Ölinfrastruktur auf dem Eiland gegolten zu haben. Trump habe aus «Anständigkeit» verzichtet, die «Ölinfrastruktur auf der Insel zu zerstören».

Strasse von Hormus soll wieder passierbar werden

Trump nutzt die Insel als Druckmittel. «Sollte Iran oder irgendjemand anderes jedoch die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus behindern, werde ich diese Entscheidung umgehend überdenken», drohte Trump bereits Mitte März.

Hintergrund: Die Strasse von Hormus ist einer der wichtigsten Knotenpunkte für den Ölexport nach Asien, Westeuropa und in die USA. Die Mullahs haben sie mittlerweile faktisch blockiert. Die Folge: es sind Ölengpässe entstanden.

Schon jetzt ist der Iran-Krieg zu spüren – an der Tankstelle zum Beispiel. Der US-Präsident will mit dieser Drohung dem Iran diese Machtmöglichkeit nehmen. Und plötzlich ist eine kleine Insel der Schauplatz für einen weltweiten Konflikt.

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Könnte «die iranische Wirtschaft lahmlegen»

Charg liegt nur 25 Kilometer vor der iranischen Küste im Persischen Golf und dient als Umschlagplatz für Millionen Barrel Rohöl pro Tag, die aus den wichtigsten iranischen Ölfeldern wie Ahvaz und Marun über Pipelines transportiert werden. Der Zugang zur Insel ist streng kontrolliert, was ihr den Spitznamen «Verbotene Insel» eingebracht hat. Die langen Molen ermöglichen es auch grossen Öltankern, anzulegen und die wertvolle Fracht zu exportieren.

Die Bedeutung der Insel für den Iran ist seit Jahrzehnten bekannt. Ein CIA-Bericht aus dem Jahr 1984 bezeichnete die Anlagen auf Kharg als «die wichtigsten im iranischen Ölsystem», wie CNN berichtet. Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid (62) sagte kürzlich, die Zerstörung des Terminals würde «die iranische Wirtschaft lahmlegen und das Regime stürzen». Sie ist so etwas wie die Achillesferse des Irans. Und das weiss das Regime auch.

Experte warnt vor Kettenreaktion

Die USA haben kürzlich eine schnelle Eingreiftruppe mit 2500 Marines und Matrosen in die Region entsandt. Laut dem pensionierten US-General Mark Kimmitt (71) könnte diese Einheit möglicherweise eingesetzt werden, um die Kontrolle über Charg zu übernehmen. Doch er warnt im Gespräch mit CNN, dass ein Angriff auf die Ölinfrastruktur der Insel wahrscheinlich eine Kettenreaktion auslösen würde: «Es ist klar, dass der Iran dann den Rest der Infrastruktur im Nahen Osten angreifen wird.»

Die iranischen Revolutionsgarden warnten am Dienstag im Staatsfernsehen, dass sie den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten die Öl- und Gasversorgung entziehen werden, falls Washington die «roten Linien» Teherans überschreiten sollte. Bereits jetzt hat der Iran Öltanks in Oman und Bahrain sowie Schiffe im Persischen Golf angegriffen. Die Islamische Revolutionsgarde droht immer wieder, die gesamte Öl- und Gasinfrastruktur der Region niederzubrennen, sollten iranische Energieanlagen zerstört werden. Ein solcher Schritt könnte, so Experten, die Ölpreise weltweit in ungeahnte Höhen treiben und die globale Wirtschaft nachhaltig erschüttern.

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