Darum gehts
- Donald Trump lehnte Putins Angebot zur Sicherung von Irans Uran ab
- 450 Kilogramm Uran im Iran könnten für zehn Atombomben ausreichen
- USA prüfen Einsatz von Bodentruppen für Uran-Sicherung im Krieg
In einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump (79) und Kremlchef Wladimir Putin (70) soll es diese Woche um einen möglichen, brisanten Atom-Deal gegangen sein. Angeblich schlug Putin Trump vor, das angereicherte Uran des Iran im Rahmen eines Abkommens zur Beendigung des Krieges nach Russland zu verlegen. Trump soll dies abgelehnt haben, wie mehrere Quellen gegenüber «Axios» berichten.
450 Kilogramm des zu 60 Prozent angereicherten Urans sollen sich momentan im Iran befinden – genug, um den Bau von etwa zehn Atombomben zu sichern, wie das Magazin schreibt. Das Uran könne zudem innerhalb von nur wenigen Wochen waffenfähig werden.
«Nicht das erste Mal, dass dies angeboten wurde»
Klar ist: Die Sicherung des angereicherten Urans ist eines der Hauptziele im US-israelischen Krieg gegen den Iran – Russlands Hilfe dabei will der US-Präsident offenbar aber nicht. Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass der Kremlchef Uran aus dem Iran aufnehmen würde. Bereits 2015 wurde schwach angereichertes Uran in Russland gelagert. Dies auch, da Russland eines der wenigen Länder ist, welches über die nötigen technischen Kapazitäten zur Lagerung solcher Stoffe verfügt.
Auch kurz vor Ausbruch des Zwölftagekrieges zwischen den Verbündeten USA und Israel mit dem Iran im Juni 2025 soll der Kremlchef bereits ähnliche Vorschläge gemacht haben.
Wie ein US-Beamter gegenüber «Axios» erklärt, wolle man aber auch jetzt selbst dazu sehen, dass das Uran sichergestellt werden kann. «Das ist nicht das erste Mal, dass dies angeboten wurde. Es wurde nicht angenommen. Die Position der USA lautet, dass wir sehen müssen, dass das Uran gesichert ist.» Einen Deal zur Zusammenarbeit mit anderen Staaten würde man jedoch nicht ganz ausschliessen. «Der Präsident spricht mit allen – Xi, Putin, den Europäern – und er ist immer bereit, eine Einigung zu erzielen. Aber es muss eine gute Einigung sein. Der Präsident schliesst keine schlechten Vereinbarungen ab.»
Keine freiwillige Übergabe absehbar
Auch der Iran lehnte einen Transfer des Urans zuvor ab – in den letzten Verhandlungsrunden vor Kriegsausbruch sprach sich die iranische Delegation für eine Verdünnung des Stoffes in den eigenen Anlagen unter Aufsicht der Internationale Atomenergie-Organisation IAEA aus.
Wie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) am Freitag in einer Pressekonferenz erklärte, hätten die USA «eine Reihe von Optionen», um an das Uran zu kommen. Eine freiwillige Übergabe würde man «begrüssen» – wahrscheinlich ist dies jedoch nicht. «Sie waren in den Verhandlungen nicht bereit, dies zu tun. Ich würde dieser Gruppe oder der Welt niemals sagen, wozu wir bereit sind oder wie weit wir gehen würden – aber wir haben ganz sicher Optionen.»
Dazu zähle auch die Möglichkeit, die Bestände in einer «späteren Phase des Krieges» mit spezialisierten Bodentruppen zu sichern. Wie Trump jedoch in einem Interview mit Fox News erklärte, habe die Sicherung des Urans in der momentanen Kriegssituation nicht die höchste Priorität. «Wir konzentrieren uns nicht darauf, aber irgendwann könnte das der Fall sein.»