Widerstand in der Kabine
Swiss-Personal vergisst Lufthansa-Ansage mit Absicht

Die Swiss-Angestellten können sich nicht so richtig mit der Mutter Lufthansa identifizieren. Dabei steigt der Einfluss der deutschen Fluggesellschaft. In den Kabinen regt sich deshalb Widerstand.
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Bei der Begrüssung der Passagiere im Swiss-Flugzeug geht eine Information häufig vergessen. (Archivbild)
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss-Crews verweigern teilweise Lufthansa-Nennung in Ansagen absichtlich
  • Personal identifiziert sich gemäss Insidern kaum mit deutschem Mutterkonzern trotz Unternehmenszugehörigkeit
  • Ein Abbau von 4000 Stellen bis 2030 steht bevor, Swiss-Administration wird um 10 Prozent reduziert
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

Obwohl die Fluggesellschaft Swiss zur Lufthansa-Gruppe gehört, hat die deutsche Muttergesellschaft in der Schweiz einen schweren Stand. Doch der Eindruck täuscht, ist sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr (59) sicher. «Das mag auf Social Media vereinzelt der Fall sein. Aber wenn ich unsere Auslastungen und Verkaufszahlen sehe, kann ich das nicht bestätigen», antwortet er im Interview mit Blick

Doch anscheinend gehorchen nicht mal die eigenen Angestellten ihrem Mutterkonzern. Denn seit Februar müssten die Maîtres de Cabine der Swiss bei der Begrüssung der Passagiere im Flugzeug neu erwähnen, dass die Airline Teil der Lufthansa Group ist. Doch das geht regelmässig vergessen – und das anscheinend mit purer Absicht. Das schreibt die «NZZ am Sonntag» und beruft sich dabei auf mehrere anonyme Quellen. Der Grund: Das Kabinenpersonal könne sich nicht mit der Lufthansa identifizieren. Ein Mediensprecher dementiert das gegenüber der Zeitung nicht, spricht jedoch von standardisierten Bordansagen. 

Seit der Übernahme der Swiss durch die Lufthansa 2005 hat der Einfluss des deutschen Mutterkonzerns laufend zugenommen. Vor allem ab 2016, als die Lufthansa ihre Tochtergesellschaften neu organisierte – und vereinheitlichte. Neben der neuen Ansage im Flugzeug prangt seit Februar bei der Swiss auch überall der neue Schriftzug «Member of Lufthansa Group», sowohl an Check-in-Schaltern als auch an den Maschinen selbst. Einen Angestellten würde es zudem nicht überraschen, wenn er in zehn Jahren eine Lufthansa-Uniform tragen müsste, sagt ein Insider gegenüber der «NZZ».

Sparhammer trifft auch Swiss

Dabei wollte ein Teil des Swiss-Managements verhindern, dass der Kranich künftig auf Swiss-Fliegern prangt und in Durchsagen die Lufthansa-Gruppe genannt wird – jedoch ohne Erfolg. Spohr sieht das gelassen: «Jeder von uns in Europa ist für sich genommen zu klein. Nur gemeinsam sind wir in der Lage, die Nummer eins in Europa und Nummer vier in der Welt zu sein», äussert er sich weiter im Interview. «Wir sind stolz, dass die Swiss zu uns gehört. Und die Swiss profitiert von der Zugehörigkeit zur Lufthansa-Gruppe.»

Er betont, dass die Schweizer Fluggesellschaft weiterhin eigenständig bleibt. Gemäss Spohr ist die Swiss am profitabelsten, hat die modernste Flotte im Konzern, funktioniert hervorragend und wächst stärker als die Lufthansa-Kernmarke. Spohr schwärmt weiter: «Viele Airline-Chefs beneiden mich, dass die Swiss zu uns gehört.»

Trotz guter Zahlen zwingt die Lufthansa der Swiss ein riesiges Sparprogramm auf. «Bei der Lufthansa Group reduzieren wir in der Administration 20 Prozent – bei der Swiss sind es nur 10 Prozent, weil die Swiss bereits recht schlank aufgestellt ist», erklärt Spohr weiter. Insgesamt fallen 4000 Stellen, vor allem in administrativen Bereichen, bis 2030 weg. Auch Bürojobs der Swiss in Zürich dürften betroffen sein. 

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