Weil kauffreudige Golfkunden wegbrechen
Iran-Krieg setzt grosse Luxuskonzerne unter Druck

Die globale Luxusgüterindustrie bekommt die Folgen des Iran-Kriegs zu spüren: Marken wie Dior, Hermès und Louis Vuitton verlieren ihre wichtigsten Kunden aus der Golfregion. Einbrüche im Shoppingtourismus gefährden zudem auch die Umsätze in Europa.
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Flaute bei grossen Luxus-Playern wie Prada.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die konsumstarken Käufer aus der Golfregion brechen seit Ausbruch des Iran-Krieges weg
  • Luxuskonzerne mussten Filialen in der Golfregion schliessen
  • LVMH fuhr schlechtestes Quartalsergebnis seit Firmengeschichte ein
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Rückläufige Umsätze, Filialschliessungen, Massenentlassungen: Die Luxusindustrie steckt in der Krise. Diese zeichnet sich bereits seit Jahren ab. Ein wichtiger Treiber sind die wegbrechenden Kunden aus Asien, vornehmlich aus China. Denn der wichtigste Absatzmarkt der Luxuskonzerne hält sich beim Kauf teurer Uhren, Taschen und Kleider vermehrt zurück. 

Jetzt erteilt ein weiterer Kundenstamm der ohnehin kriselnden Branche einen Dämpfer: die Klientel aus der Golfregion. Bei der anhaltenden China-Flaute wurden die vermögenden Kunden aus Saudi-Arabien, Katar oder den Emiraten zu einem wichtigen Wachstumstreiber für Luxusgüterkonzerne.

Zum Beispiel bei Hermès: 2025 steigerte das börsenkotierte französische Unternehmen den Umsatz um 9 Prozent auf 14,7 Milliarden Franken. Der Nahe Osten war mit einem Wachstum von 15 Prozent fast doppelt so profitabel. Kering, zu dem unter anderem Gucci oder Yves Saint Laurent gehören, fährt 2025 ein Minus von 13 Prozent ein. Mit einer Ausnahme – der Marke Bottega Veneta – zu deren positivem Ergebnis insbesondere die Kunden aus dem Golf beigetragen haben. 

Kunden aus der Golfregion bleiben aus

Seit dem Ausbruch des Irankriegs kommt dieser Wachstumstreiber jetzt plötzlich zum Erliegen. Einerseits betrifft dies den Konsum vor Ort: Kering schloss nach Kriegsausbruch Boutiquen in vier Golfmärkten und strich jegliche Geschäftsreisen in die Region. Und die Chalhoub Group, die rund 900 Filialen für Marken wie Versace, Jimmy Choo und Sephora betreibt, schloss sämtliche Filialen in Bahrain. In den restlichen Golfstaaten ist das Erscheinen der Angestellten freiwillig, wie Reuters berichtet. 

Doch vermögende Golf-Bewohner gehören nicht nur in den eigenen Ländern, sondern auch in Europa zu der umsatzstärksten Käufergruppe. Wegen des derzeit eingeschränkten Reiseverkehrs bleiben nun auch Touristenausflüge nach Europa, inklusive luxuriöser Shoppingtouren, aus.

Aktien der Luxuskonzerne brechen ein

Die Auswirkungen zeigen sich bereits jetzt in den Büchern der Luxushäuser: So gab die Aktie von Hermès seit Kriegsausbruch deutlich nach. Ebenso das Papier von Kering. Das Unternehmen musste einen Umsatzrückgang im ersten Quartal 2026 von 14 Prozent im Vorjahresvergleich vermelden. Die Aktie von LVMH – dem weltweit grössten börsenkotierten Luxuskonzern – verlor zwischen Januar und März 28,2 Prozent. Zum Vergleich: Das ist mehr als während der Finanzkrise 2008, der Dotcom-Blase oder der Corona-Pandemie.

Das Imperium von LVMH-CEO Bernard Arnault (77) hat gar das schwächste Quartal der gesamten Konzerngeschichte hinter sich. Laut Bloomberg hat Arnault in den ersten drei Monaten des Jahres rund 56 Milliarden Dollar verloren. Der siebtreichste Mann der Welt dürfte diesen Verlust zwar leicht wegstecken. Dennoch ist klar: Wegen der aktuellen Weltlage stehen die Luxusgüterkonzerne vor einer ihrer schwierigsten Saisons seit langem. 

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