Viel Cash für Gemeinde
Das ist der fieseste Blitzer der Schweiz

In Dietlikon ZH sorgen seit 2025 zwei Blitzer auf der Industriestrasse für Rekordbussen. Die Zürcher Unterländer Gemeinde ist nicht allein: Auch anderswo sorgen fiese Blitzer für Umsatz auf dem Bussenkonto.
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Cashcow für Gemeinde: In Dietlikon haben zwei Blitzer fast 700'000 Franken Bussen eingebracht.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

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  • In Dietlikon ZH generieren Blitzer seit 2025 hohe Bussgelder auf Einbahnstrasse
  • 2025 montierte Blitzer brachten der Gemeinde bereits fast 700'000 Franken ein
  • Prognose 2026: Einnahmen durch Bussgelder könnten 1,9 Millionen Franken erreichen
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Noch schnell vor Ladenschluss Futter für den Kater kaufen, ein Geschenk für das Göttimeitli, ein saftiges Steak für auf den Grill oder die Gartenbank für laue Sommerabende: All das ist an der Industriestrasse in Dietlikon ZH ohne grosse Umstände möglich.

Laden reiht sich an Laden, in dieser Einkaufsmeile lässt sich alles kaufen, was das Herz begehrt. Nur: Schnell, schnell sollte es nicht gehen. Denn wer mit dem Auto zum Einkaufen fährt, muss sich an ein striktes Einbahnregime halten und deshalb den einen oder anderen Umweg in Kauf nehmen – sonst wird es teuer.

Denn seit 2025 sind in der Industriestrasse zwei Blitzer installiert, die jedes Auto erfassen, das in der falschen Richtung durch die Einbahnstrasse fährt. Kostenpunkt der Verkehrsregelverletzung: 100 Franken Busse. Für die Gemeinde ein lohnendes Geschäft: Im letzten Jahr haben die beiden Blitzkästen zusammen fast 700'000 Franken an Bussengeldern in die Gemeindekasse gespült. Und das, obwohl sie erst im Laufe des Jahres montiert worden sind. Hochgerechnet auf das ganze Jahr 2026, könnten die beiden Blitzer an die 1,9 Millionen Franken Bussengelder einbringen, wie der «Tages-Anzeiger» berechnet hat.

Auch hier wirds teuer

Konsumenten auf dem Weg zum Einkauf finanziell zu erleichtern, diese Idee hatten schon andere: In Konstanz (D) erfasst der Panzerblitzer «Toni» jede Bewegung rund um den sanierten und verkehrsberuhigten Bahnhofsplatz in der bei Schweizer Einkaufstouristen beliebten deutschen Grenzstadt. Kostenpunkt für Falschfahrer: 50 Euro.

Mit Radarkästen für Geschwindigkeitsbussen lässt sich offenbar nicht mehr so viel Geld verdienen, mit Blitzern, die Fahrverbote überwachen, umso mehr. So auch an der Zürcher Langstrasse. Dort sorgt eine elektronische Zufahrtskontrolle dafür, dass jeder, der das Fahrverbot zwischen 5.30 und 22 Uhr missachtet, gebüsst wird. Kostenpunkt auch hier: 100 Franken.

Zum Vergleich: Allein im ersten Monat nach Inbetriebnahme generierte der Langstrassen-Blitzer Bussengelder in der Höhe von 1,7 Millionen Franken. Das hat aber auch damit zu tun, dass die Langstrasse vorher eine der wenigen Möglichkeiten war, um das Gleisfeld beim Zürcher Hauptbahnhof zu unter- oder überqueren. In Birsfelden BL überwacht ein Blitzer Fahrverbote und Aufenthaltszeiten in Quartierstrassen und brachte in den ersten Monaten Bussen von mehreren 100'000 Franken ein. 

Mit den geschätzten 1,9 Millionen Franken an Bussengeldern pro Jahr könnte sich der Shopping-Blitzer in Dietlikon ganz oben in der Rangliste einreihen – und den Einkauf für viele Konsumenten so richtig teuer machen. 

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