Darum gehts
- Trotz Wasserkrise explodieren die Verkäufe von Rasensprengern: Galaxus verzeichnet ein Plus von 184 Prozent gegenüber 2024
- Brack und Jumbo beobachten ebenfalls von einer deutlich gestiegenen Nachfrage
- 51 Prozent der Blick-Leser finden Schweizer Wasserknappheits-Massnahmen unzureichend
Die Schweiz trocknet immer mehr aus: Anhaltende Hitze und ausbleibender Regen machen der Natur schwer zu schaffen. Mehrere Gemeinden stossen wegen des sinkenden Grundwasserspiegels an ihre Grenzen – und rufen zum Wassersparen auf. Oder haben die Verwendung von Trinkwasser für die Rasenbewässerung gleich ganz verboten.
Das hält Schweizerinnen und Schweizer aber offenbar nicht davon ab, im Internet weiterhin eifrig Produkte für die Bewässerung ihrer Gärten zu bestellen. So ist die Nachfrage nach Rasensprengern dieses Jahr regelrecht explodiert, wie Zahlen des Onlinehändlers Galaxus zeigen.
Die Migros-Tochter verkaufte diesen Juni und Juli 75 Prozent mehr Rasensprenger als im selben Zeitraum 2025, wie es in einer Mitteilung heisst. Über das gesamte bisherige Jahr gesehen liegt das Verkaufsplus bei 65 Prozent – ein neuer Rekord. Auch der Absatz von Gartenschläuchen und Bewässerungssystemen hat gegenüber letztem Jahr um ein Drittel zugenommen. Im Vergleich zu 2024 fällt der Unterschied noch deutlicher aus: Galaxus verkaufte bislang 184 Prozent mehr Rasensprenger als noch vor zwei Jahren – die Verkäufe haben sich damit fast verdreifacht.
Verkäufe bei Brack seit 2024 verfünffacht
Auch bei der Coop-Tochter Jumbo schiessen die Verkaufszahlen nach oben: «Jumbo verzeichnet in diesem Jahr eine höhere Nachfrage nach Bewässerungsartikeln als im Vorjahr», erklärt eine Sprecherin auf Anfrage. Ausschlaggebend dafür seien aber nicht nur die aktuellen Hitzeperioden, «sondern auch der generelle Witterungsverlauf mit geringeren Niederschlagsmengen als in den Vorjahren». Genaue Verkaufszahlen nennt die Baumarktkette nicht. Auch Landi will keine Zahlen bekannt geben, teilt auf Anfrage aber mit, dass die Nachfrage nach Bewässerungsartikeln «aufgrund der aussergewöhnlich langen Hitzewelle deutlich höher» sei.
Ähnlich sieht es beim Galaxus-Konkurrenten Brack aus: Im Juni und Juli hat die gesamte Warengruppe Bewässerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 50 Prozent zugelegt, wie ein Sprecher erklärt. Besonders gefragt seien auch hier Rasensprenger: Ihre Verkäufe stiegen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um «gut 70 Prozent». Gegenüber dem Sommer 2024 haben sie sich sogar beinahe verfünffacht.
Blick-Leser fordern Umdenken bei Wasserknappheit
Das überrascht, wenn man sich die Ergebnisse einer grossen Blick-Umfrage mit 17'700 Teilnehmenden von vor ein paar Tagen anschaut: Mit 51 Prozent ist eine klare Mehrheit der Leserschaft davon überzeugt, dass die Schweiz zu wenig gegen die drohende Wasserknappheit unternimmt. 28 Prozent anerkennen, dass zwar bereits einiges getan wird, monieren aber, dass die bisherigen Massnahmen nicht ausreichen. Nur 21 Prozent sind der Ansicht, dass die Schweiz ausreichend auf die drohende Wasserknappheit vorbereitet ist.
Dabei zeigt sich auch: Viele gehen bereits bewusst und sparsam mit dem Trinkwasser um – und setzen etwa auf die Nutzung von Regenwasser. Mit Zisternen von 1500 bis 2000 Litern lässt sich ein Garten mehrere Wochen lang bewässern. Und auch wenn der Rasen mal vergilbt, ist keine Panik angesagt: Das Gras geht lediglich in eine Ruhephase über und erholt sich bei Niederschlagsperioden in der Regel wieder vollständig. Ob der Kauf eines Rasensprengers jetzt wirklich nötig ist, muss jeder und jede selbst wissen.