Nächste Hitzewelle rollt an
Noch keine Klimaanlage? Pech gehabt – Nachschub kommt erst im Herbst

Temperaturen über 35 Grad und leere Lager: Klimaanlagen sind in der Schweiz und weiten Teilen Europas praktisch ausverkauft. Das führt teils zu skurrilen Situationen.
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Die Nachfrage nach Klimageräten ist dieses Jahr – wie die Temperaturen auch – aussergewöhnlich hoch. Die Lager der Händler sind leergekauft.
Foto: imago images/KS-Images.de

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Klimaanlagen sind ausverkauft, und bis Ende Sommer wird kein grosser Nachschub erwartet
  • Systemfehler führt zu Mega-Ansturm auf Interdiscount-Filiale
  • Heisser Sommer, leere Lager: Kunden zahlen teils exorbitante Preise
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Mischa StünziRedaktor Wirtschaft

Die Hitze meldet sich zurück. Und wie: In den nächsten Tagen, so prognostiziert Meteo Schweiz, steigt die Temperatur in Zürich und Bern auf 35 Grad. In Genf und Basel solls sogar noch heisser werden: 37 Grad sind hier für Donnerstag angesagt.

Entsprechend gross ist der Ansturm auf Klimaanlagen. Doch wer sich erst jetzt um Kühlung kümmert, dem dürfte es gehen wie Blick-Leser Michael H.*: «Am Wochenende bin ich von Pontius zu Pilatus gefahren auf der Suche nach einem Klimagerät.» Ob Fust, Mediamarkt oder Bauhaus, überall dieselbe Antwort: «Seit Wochen ausverkauft. Und Nachschub ist nicht in Sicht.»

Ansturm auf Interdiscount-Filiale

Dann stösst H. auf der Website von Interdiscount auf ein Angebot, das nach Jackpot klingt: In der kleinen Filiale Ostermundigen bei Bern seien noch sechs Stück einer leistungsstarken Klimaanlage verfügbar. Doch vor Ort erwartet ihn nicht das erhoffte Gerät, sondern nur bittere Enttäuschung. «Das ist ein Fehler im System», sagt ihm der Verkäufer. In Tat und Wahrheit ist das Gerät seit Wochen ausverkauft. Die Zentrale sei über den Fehler informiert, könne aber nichts machen, so der Verkäufer weiter.

H. ist nicht der Einzige, der sich vergebens Hoffnung gemacht hat: «Der Verkäufer in Ostermundigen erzählte mir, er erhalte deswegen bis zu 250 Kundenanfragen pro Tag.» Mittlerweile wurde der Bestand beim Klimagerät der Eigenmarke Intertronic für rund 600 Franken korrekt auf null gesetzt.

Interdiscount führt die Fehlinformation im Onlineshop auf einen Systemwechsel zurück: «Im Rahmen eines technischen Wechsels ist ein Synchronisationsfehler aufgetreten.» Der Fehler betreffe alle Filialen und werde zeitnah behoben.

Nachschub kommt erst im Herbst

Aber wo gibts denn aktuell noch Klimaanlagen? Eine Umfrage von Blick bei den wichtigsten Händlern zeigt: Die Lager sind praktisch leer. Nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Die Händler raten der Kundschaft, sich im Onlineshop zu informieren, welche vereinzelten Geräte noch lieferbar oder in den Filialen verfügbar seien.

Und Nachschub? Fehlanzeige! «Es treffen zwar tröpfchenweise einzelne Modelle ein, die aber meist innerhalb von Stunden wieder ausverkauft sind», heisst es stellvertretend bei Digitec Galaxus. Die Händler sind bemüht, zusätzliche Ware zu beschaffen: Obi etwa meldet, man erwarte in den kommenden Wochen weitere Lieferungen.

Die Lieferzeiten für neue Ware würden aktuell mehrere Monate betragen, teilt Bauhaus mit. Für die anrollende Hitzewelle könne man deshalb keine Ware bereitstellen. Und Jumbo ergänzt: «Für viele Lieferanten ist eine Nachbeschaffung zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich kaum mehr sinnvoll.» Entsprechend angespannt bleibt die Marktsituation. Die Händler sind sich einig: Vor Ende Sommer ist nicht mit dem grossen Aufatmen zu rechnen.

Wucherpreise für Klimaanlagen

Zwar ist es normal, dass die Nachfrage nach Klimaanlagen und Ventilatoren im Sommer steigt. Und doch ist 2026 aussergewöhnlich: Die Juni-Hitze hat einen frühen Run ausgelöst auf alles, was Kühlung verspricht. Bei Obi hat sich das Kundeninteresse im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Mediamarkt und Digitec Galaxus berichten von Rekordverkäufen.

Hohe Nachfrage und kaum Nachschub, das treibt die Preise in die Höhe. «Die Preise für Klimageräte sind deutlich gestiegen», teilt Digitec Galaxus mit, betont aber, dass bei den eigenen Angeboten die Einkaufspreise und nicht etwa die Margen gestiegen seien. Anders sieht es aus bei findigen Drittanbietern, die Digitec Galaxus als Marktplattform nutzen. Sie profitieren von der aktuellen Situation und vervielfachen ihre Preise. Es ist derzeit keine Seltenheit, dass eine Klimaanlage plötzlich drei- oder viermal so viel kostet wie noch vor wenigen Monaten.

* Name der Redaktion bekannt 

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