Leere Regale bei Händlern
Klimageräte ausverkauft – jetzt gibts Abzocker-Preise auf Ricardo

Die Schweiz schwitzt, doch Abkühlung bleibt Mangelware: Klimaanlagen und Ventilatoren sind in praktisch allen Läden ausverkauft, Händler wie Interdiscount und Galaxus kämpfen mit dem Nachschub. Dreiste Verkäufer wollen bereits Kasse machen.
Kommentieren
1/8
Schweizerinnen und Schweizer stürzten sich auf Klimageräte und Ventilatoren.
Foto: Linda Käsbohrer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hitzewelle leert Regale: Klimageräte und Ventilatoren fast ausverkauft
  • Galaxus verkaufte im Juni 38 Prozent mehr Klimaanlagen als Juni 2025
  • Höhere Preise: Midea-Gerät auf Ricardo für 1000 Franken mehr angeboten
RMS_Portrait_AUTOR_249.JPG
Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Es waren historisch heisse Tage. In den letzten Wochen purzelten in der Schweiz die Hitzerekorde. Nicht einmal die Nächte brachten die erhoffte kalte Luft ins Schlafzimmer. Gleichzeitig kündigen die Wetterdienste die nächste Hitzewelle an. Das Schwitzen geht weiter. Die Notlösung: Klimaanlagen und Ventilatoren. Doch das könnte vielerorts schwierig werden. «Keine Klimageräte, keine Ventilatoren – alles ausverkauft!», steht beispielsweise auf einem improvisierten Plakat an der Fust-Filiale in Winterthur.

Denn: Die schwitzende Bevölkerung hat die Regale und Lager der grossen Schweizer Elektrohandel-Ketten wie Interdiscount und Fust und jene des Onlinehändlers Galaxus leergekauft. Die riesige Nachfrage ist in allen Regionen und Filialen spürbar. 

In 30 Tagen fast so viel verkauft wie in einem Jahr

Galaxus belegt den Ansturm auf die Geräte in einer Mitteilung mit eindrücklichen Zahlen. Im Juni verkaufte der Onlinehändler 38 Prozent mehr Klimaanlagen als im vorjährigen Rekordmonat Juni. In 30 Tagen hat Galaxus damit fast so viele Klimaanlagen verkauft wie im gesamten Jahr 2024 – bei den Ventilatoren sogar mehr. «Mit besserer Verfügbarkeit hätten wir locker noch mehr Geräte verkauft», so Samuel Lea, bei Galaxus fürs Klimageräte-Sortiment zuständig, in der Mitteilung.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Noch vor gut einer Woche gaben Galaxus und Interdiscount trotz der Mega-Nachfrage Entwarnung. Wenn auch die Auswahl nicht mehr so gross sei, gebe es doch noch Geräte in allen Preislagen. Jetzt sind Klimaanlagen und Ventilatoren ausverkauft.

Es wird noch schlimmer

Das Problem: Die Lage verbessert sich in absehbarer Zeit nicht. Denn der Nachschub lässt auf sich warten. Galaxus hat bei den Herstellern und Zwischenhändlern nachbestellt. Doch auch deren Lager in Europa sind grösstenteils leergekauft. «Die Ware kommt über die nächsten Wochen deshalb nur noch tröpfchenweise rein, und für Nachschub aus Asien wird es bis Ende Saison nicht reichen», erklärt Lea. Auch Interdiscount teilt gegenüber Blick mit: «Wir prüfen täglich neue Möglichkeiten, um die Verfügbarkeit für die kommenden Wochen sicherzustellen.» 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Derweil versuchen dreiste Verkäufer, aus der angespannten Lage Profit zu schlagen. Aktuell finden sich besonders viele Inserate von neuen, noch verpackten Klimageräten auf Ricardo. Einige dieser Angebote sind Modelle, die bei Schweizer Elektrohändlern bereits ausverkauft sind – und jetzt zu deutlich höheren Preisen angeboten werden.

So kostet ein Modell von Midea bei Interdiscount regulär 1599 Franken. Das teuerste Angebot auf Ricardo verlangt für dasselbe Gerät den Sofortkaufspreis von 2600 Franken – also 1000 Franken mehr. Um endlich ein kühleres Zuhause zu haben, sind viele bereit, einen Aufpreis zu zahlen. Auf ein weiteres Inserat wurde bereits 67 Mal geboten; der aktuelle Preis liegt hier bei 2200 Franken.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen