Darum gehts
- Wassersparen und eine effizientere Nutzung von Wasser werden wichtiger
- Leser wünschen sich eine konsequentere Nutzung von Regenwasser
- Behörden sollen beim Wassersparen eine Vorbildrolle einnehmen
Die Schweiz gilt als «Wasserschloss Europas». Doch Trockenperioden und häufigere Hitzewellen setzen den Wasserreserven zunehmend zu. Fachleute warnen, dass die Wasserversorgung in Zukunft stärker unter Druck geraten könnte. Die Frage, wie gut die Schweiz darauf vorbereitet ist, beschäftigt deshalb auch die Blick-Community.
Dass viele Menschen Handlungsbedarf sehen, zeigt auch eine Blick-Umfrage mit über 17'700 Teilnehmenden. Eine klare Mehrheit von 51 Prozent ist überzeugt, dass die Schweiz zu wenig gegen die drohende Wasserknappheit unternimmt und deutlich mehr tun muss. Demgegenüber finden 28 Prozent, es werde zwar bereits einiges getan, doch die bisherigen Massnahmen reichten nicht aus. Lediglich 21 Prozent sind der Ansicht, dass die Schweiz ausreichend auf die drohende Wasserknappheit vorbereitet ist.
Regenwasser statt Trinkwasser nutzen
Doch wo wären die Leserinnen und Leser selbst bereit, Wasser zu sparen? Die Antworten zeigen: Viele setzen bereits heute auf einen bewussten Umgang mit der Ressource und wünschen sich gleichzeitig strukturelle Veränderungen.
Vor allem bei der Wiederverwendung von Wasser sehen viele Leser grosses Sparpotenzial. Mehrere fordern, Regenwasser konsequent zu nutzen – etwa für die Toilettenspülung, die Gartenbewässerung oder sogar zum Wäschewaschen. «Wir nutzen zu Hause Regenwasser für den Garten. Es wird höchste Zeit, dass die Regenwassernutzung gesetzlich verankert wird. WC-Spülung, Gartenbewässerung und Wäsche können damit problemlos über weite Strecken abgedeckt werden», schreibt Michael Ronner.
Ähnlich sieht es Leserin Lena Bieri: «Ich würde mich freuen, wenn in jedem Haus standardmässig Regenwasser zur Toilettenspülung und Gartenbewässerung wiederverwendet werden würde», schreibt sie. Im eigenen Alltag achte sie bereits auf einen sparsamen Umgang mit Wasser: «Ich nutze Nudelwasser zum Pflanzengiessen, wasche die Wäsche erst, wenn die Waschmaschine komplett voll ist, dusche statt zu baden und wasche das Auto nur alle paar Monate.»
Auch Urs Sigrist setzt auf Wiederverwendung im Alltag. Er sammle Wasser vom Gemüse- und Früchtewaschen und verwende es danach zum Giessen im Garten. Auch Regenwasser nutze er weiter. «Wer keinen Garten hat, kann gesammeltes Wasser auch in einem Eimer auffangen und für die WC-Spülung oder zum Vorspülen von Geschirr verwenden.» Zudem sammle er beim Duschen das Vorlaufwasser, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist, und nutze auch dieses später fürs WC.
Mehr Einsatz von Behörden
Neben Eigenverantwortung fordern viele Leser aber auch ein Umdenken bei Behörden und Gemeinden. «Es werden immer noch Spiel- und Sportplätze grosszügig bewässert. Dieser Unsinn gehört längst verboten», findet Susanne Nussbaumer. Auch Hugo Betschart wünscht sich, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht: «Die Behörden müssen handeln, zum Beispiel öffentliche Brunnen abstellen oder reduzieren und die Bevölkerung stärker zum Wassersparen motivieren.»
Einige Leser wären zudem bereit, für bessere Lösungen auch mehr zu bezahlen. Markus Sigrist fordert «höhere und verursachergerechte Wassergebühren, auch in Mietwohnungen», sowie effizientere Toilettenspülungen und mehr Sensibilisierungskampagnen. Auch Francesca Scara würde finanzielle Beiträge leisten: «Ich spare bereits sinnvoll Wasser und sehe im Alltag kaum weiteres Sparpotenzial. Ich wäre aber bereit, für nachhaltige Wasserprojekte mehr Steuern zu zahlen.» Das Geld solle in dezentrale Wasserspeicher, zusätzliche Reservoirs, Stauseen oder Wassertanks für die Landwirtschaft fliessen.