Darum gehts
- Trumps Strafzölle treffen hauptsächlich US-Bürger: 96 Prozent der Kosten tragen sie
- Ford zahlt 900 Millionen Dollar Mehrkosten wegen Zöllen auf Schweizer Aluminium
- F-150-Verkäufe brachen im ersten Quartal 2026 um 16 Prozent gegenüber 2025 ein
Die Strafzölle von Donald Trump (79) sind vor allem ein Eigengoal: Es sind nicht etwa die ausländischen Firmen, die für die Importabgaben bezahlen müssen, sondern die US-Bürger selbst. Sie tragen 96 Prozent der Last, wie eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) im norddeutschen Kiel Anfang Jahr feststellte. Die Mechanismen dahinter zeigt das Beispiel des Lieblingsautos der Amerikaner, das nun teurer wird – auch wegen Importen aus der Schweiz, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Der Autobauer Ford bezieht für seinen Pickup F-150 derzeit Aluminium unter anderem aus dem Walliser Werk des US-Unternehmens Novelis. Die Fabrik in Siders VS, 2024 nach Unwettern vollkommen überschwemmt, ist nun Teil einer teuren Übergangslösung von Ford. Eigentlich bezieht der Auto-Hersteller aus Detroit Alu vom Novelis-Standort im Bundesstaat New York. Doch in dieser Fabrik brannte es letztes Jahr gleich zweimal – im September und im November. Deshalb kann sie derzeit nicht liefern. Und somit muss Ford jetzt Novelis-Aluminium aus dem Ausland beziehen.
Mehrkosten von 900 Millionen Dollar für Ford
Auf ausländisches Alu erhebt die Trump-Regierung aber weiterhin Zölle von 50 Prozent. Diese sind weiter in Kraft – im Gegensatz zu den Strafzöllen, die der US-Präsident Anfang April 2025 verhängt hatte und der Oberste Gerichtshof der USA im Februar für illegal erklärte. Unter den Zöllen auf Alu und Stahl leiden einige Schweizer Industriebetriebe, etwa der traditionsreiche Zürcher Pfannen-Hersteller Kuhn Rikon.
Und jetzt eben auch Ford. Denn der Autobauer muss nun Zölle auf das benötigte Aluminium zahlen. Das führt laut US-Medien zu Mehrkosten von knapp einer Milliarde Dollar. Laut dem «Wall Street Journal» hat das Unternehmen bei der Trump-Regierung eine Ausnahme von den Zöllen beantragt – ohne Erfolg.
Verkäufe von F-150 brechen ein
Das kommt für Ford zu einem schlechten Zeitpunkt. Der Fahrzeug-Hersteller hat im ersten Quartal 2026 einen Einbruch der Verkäufe seiner F-Serie um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verdauen. Die F-Serie ist der Kassenschlager von Ford, ist sie doch seit fast 50 Jahren das meistverkaufte Auto der USA. Aushängeschild ist der Pickup F-150 – ein Koloss ganz nach dem Geschmack der Amerikaner. Er ist fast 6 Meter lang, gut 2 Meter breit und ebenso hoch. Die leichteste Variante bringt fast 2 Tonnen auf die Waage. Damit er nicht noch schwerer wird, ist die Karosserie eben aus Alu.
Ford dürfte die Mehrkosten auf die Kunden abwälzen. Die US-Bürger bekommen Trumps Zollpolitik somit also auch beim Kauf des amerikanischsten aller Autos zu spüren.