Darum gehts
- Schweiz verhandelt mit USA über Zollabkommen seit November 2025
- US-Gericht erklärt alte Zölle für rechtswidrig, Verhandlungen gehen weiter
- 200 Milliarden US-Dollar Investitionen von Schweizer Firmen in USA geplant
Lange hat die Schweiz gezittert, lange musste sie warten: Erst Mitte November 2025 konnte Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66) eine Absichtserklärung mit den USA vermelden, wonach die Zölle sinken.
Doch der Druck liess nicht nach: Trump setzte der Schweiz eine Frist: Bis Ende März muss die Erklärung in ein verbindliches Abkommen gegossen sein.
Urteil des US-Gerichts hat Folgen
Doch nun relativiert Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Die ursprüngliche Frist bis zum 31. März für eine Einigung ist «de facto hinfällig», sagte Parmelin gegenüber «RSI». Hintergrund ist das Urteil des obersten US-Gerichts. Es hatte die Zölle für rechtswidrig erklärt. Doch Trump hat bereits eine neue Regel gefunden: ein Zehn-Prozent-Tarif, der Ende Juli ausläuft – gut möglich, dass das Abkommen bis dann stehen soll.
Für Parmelin lohnt es sich demnach auch, weiter zu verhandeln. «Zwei Treffen haben bereits stattgefunden, weitere sind geplant. Nun stellt die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs einen Teil der von den Vereinigten Staaten angewandten Rechtsgrundlagen in Frage, dennoch gehen die Verhandlungen weiter. Und – so schliesst er –, sei es nicht notwendig, bis Juli zu warten, um ein Ergebnis zu erzielen.»
Noch am Donnerstag wollte sich das zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft gegenüber Blick nicht dazu äussern, ob die Frist vom 31. März noch angepeilt wird.
Schweiz kommt USA wohl bei Fisch und Meeresfrüchten entgegen
Die Absichtserklärung sieht vor, dass Zölle auf US-Produkte gleich reihenweise abgebaut werden sollen. Neben sämtlichen Industrieprodukten kommt die Schweiz den USA auch bei Fisch und Meeresfrüchten entgegen. Ein Import kommt der hiesigen Landwirtschaft – unter anderem aufgrund des fehlenden Meeranschlusses – kaum in die Quere. Zudem gewährt die Schweiz Zollkontingente auf Rind-, Bison- oder Geflügelfleisch. Die Details dürften im Abkommen geklärt werden.
Für US-Präsident Donald Trump aber fast wichtiger dürften die 200 Milliarden US-Dollar sein, die Schweizer Firmen in die USA investieren wollen. In den Wochen nach dem Deal wurde zudem die Frage von Medikamentenpreisen wichtiger. Trump will, dass diese in den USA sinken. Mit Roche und Novartis hat die Schweiz zwei grosse Pharmafirmen im Land.