Darum gehts
- Schweizer meiden USA-Reisen seit Trumps Wiederwahl und den verschärften Einreisebestimmungen
- 65 Prozent der Befragten planen keine USA-Reise, 7 Prozent stornieren
- 120’000 Schweizer reisten 2026 in die USA, Rückgang von 20 Prozent erwartet
Reisen in die USA sind historisch unbeliebt. Die Wiederwahl Donald Trumps (80), verschärfte Einreisekontrollen und Sicherheitsbedenken sind die angegebenen Gründe, warum die Schweizerinnen und Schweizer das Land gegenwärtig meiden. Der Reiseveranstalter Globetrotter verkaufte 2025 rund ein Viertel weniger Reisen als im Vorjahr.
Dieser Trend hält auch 2026 an, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung des Schweizer Reise-Verbands (SRV) zeigt. In der ersten Jahreshälfte reisten nur noch rund 120’000 Schweizerinnen und Schweizer in die Vereinigten Staaten. Hochgerechnet auf das Jahr rechne man so mit rund 300’000 Einreisen – Tiefstwert seit dem Jahr 2007.
Der Rückgang schlägt auch auf das Geschäft der Reiseanbieter. «Bis Ende Jahr erwarten wir beim USA-Geschäft einen durchschnittlichen Umsatz-Rückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr», prognostizierte SRV-Geschäftsführerin Andrea Beffa (40) am Mittwoch an einer Pressekonferenz des Reiseverbands.
Skepsis steigt weiter
Nicht nur die aktuellen Buchungszahlen sprechen eine klare Sprache. Auch eine repräsentative Umfrage des Reiseversicherers Allianz Travel bestätigt den Trend. «Die Skepsis gegenüber USA-Reisen ist weiter angestiegen», erklärt Allianz-Marketing-Chefin Pia Bodner (39). Und weiter: «In unserer Umfrage gaben 65 Prozent der Befragten an, vorerst keine Reisen in die USA zu planen.» Im Vorjahr waren es nur rund 50 Prozent.
Und auch eine Buchung bedeute noch nicht, dass die Reise am Ende auch angetreten werde, erklärt Bodner. «7 Prozent der Befragten gaben an, eine geplante USA-Reise stornieren zu wollen.» Auch das seien deutlich mehr als im Vorjahr.
Fussball-WM und Billigangebote
Auch die aktuell vergleichsweise günstigen USA-Flüge ändern nichts an der Unlust, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu reisen. Die Schweizer lassen sich nicht mit den Billigangeboten der Fluggesellschaften über den Atlantik locken. Zudem blieb der erhoffte WM-Effekt aus. «Es gibt zwar Gäste, die wegen der WM in die USA reisen. Allerdings stellen wir keine substanzielle Steigerung der Nachfrage fest», sagte der Reiseveranstalter Tui Suisse noch während des Turniers zu Blick.
Die Gewinner der anhaltenden USA-Flaute? Der Tourismus in Europa. Vor den anstehenden Herbstferien sind Destinationen wie Griechenland, Spanien, Zypern oder Italien besonders im Trend. Das zeigen die Buchungen bei den grössten Schweizer Reiseanbietern.