Soll man trotz Donald Trump noch USA-Ferien machen?
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Ferien in den USA?«Man muss nicht immer alles politisch sehen»

«Schweizer wollten ein Zeichen setzen»
Globetrotter mit Mega-Einbruch bei US-Geschäft – minus 25 Prozent

Der Reiseveranstalter Globetrotter verzeichnete letztes Jahr 25 Prozent weniger USA-Buchungen. «Viele Schweizer wollten wohl ein Zeichen setzen», so der CEO André Lüthi. Trotzdem hat das Unternehmen den Umsatz steigern können.
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Die Globetrotter Group hat 2025 einen Umsatz von 205 Millionen Franken realisiert.
Foto: PIUS KOLLER

Darum gehts

  • Schweizer meiden USA-Reisen, Globetrotter meldet 25 Prozent Buchungsrückgang für 2025
  • Grund: Trump-Zölle und politische Spannungen belasten Schweizer Vertrauen ins Land
  • Globetrotter Umsatz 2025: 205 Millionen Franken, 1,5 Prozent Wachstum trotz Einbruch
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Michael HotzRedaktor Wirtschaft

Herr und Frau Schweizer haben keine Lust auf das Land von Donald Trump (79). Diese Abneigung spüren die hiesigen Reiseveranstalter nun in ihren Umsatzzahlen: So muss die Globetrotter Group in ihrem US-Geschäft einen Einbruch von 6 Millionen Franken verdauen, wie das Unternehmen mit Sitz in Bern am Mittwoch mitteilt. Der Rückgang ist dramatisch: Gegenüber 2024 sind die USA-Buchungen bei Globetrotter im letzten Jahr um 25 Prozent eingebrochen.

Verwaltungsratspräsident André Lüthi (65) findet auch einen Grund für diese Entwicklung: «Viele Schweizerinnen und Schweizer wollten wohl ein Zeichen setzen.» Dieses Zeichen geht wohl in Richtung des Weissen Hauses. Der US-Präsident bestrafte unser Land letztes Jahr gleich zweimal mit einem Zollhammer – und machte damit viele Schweizer hässig.

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Schweizer Reiselust ungebrochen

Vielen dürfte auch die aktuelle Brutalo-Politik von Trump nicht gefallen. Entsprechend fällt der Ausblick von Lüthi etwas getrübt aus: «Mit Besorgnis schauen wir auf die momentane geopolitische Situation, die, je nach Entwicklung, weltweit eine Auswirkung auf das Reiseverhalten haben wird.»

Was den Globetrotter-Chef hingegen positiv stimmen dürfte: Die Reiselust der Schweizer ist ungebrochen. Dadurch konnte Globetrotter den Rückgang bei den USA-Buchungen in anderen Ländern wettmachen. So wuchsen die Geschäfte beispielsweise im südlichen Afrika, Japan und Südkorea jeweils zweistellig. Auffällig: Beim Umsatz für Reisen ins US-Nachbarland Kanada erlitt der Berner Reiseveranstalter keinen Einbruch.

Hoffen auf die Strahlkraft der Fussball-WM

Dadurch ist die Unternehmensgruppe mit 370 Mitarbeitenden 2025 umsatzmässig gewachsen. Konkret hat Globetrotter im letzten Jahr 205 Millionen Franken umgesetzt – 1,5 Prozent mehr als im Jahr davor. Noch aber bleibt der Umsatz unter dem Niveau von vor der Pandemie. Im Vor-Corona-Jahr 2019 hatte Globetrotter einen Jahresumsatz von 242 Millionen Franken eingefahren.

Für dieses Jahr rechnet Lüthi mit einer Entspannung bei den US-Reisen. Seine Hoffnung dürfte etwa auf dem König Fussball ruhen. Im Sommer findet nämlich die WM in Kanada, Mexiko und eben den USA statt. Die Schweizer Nati spielt zwei von drei WM-Gruppenspiele in den Vereinigten Staaten – am 13. Juni in San Francisco am 18. Juni in Los Angeles. Der eine oder andere Fan dürfte den Sommer also in Kalifornien verbringen. Und dann noch eine USA-Reise anhängen. 

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