Darum gehts
- Yucatán, Mexikos beliebteste Region, begeistert mit Stränden, Ruinen und Naturschätzen
- Griechenlands Peloponnes lockt mit unberührten Landschaften, antiken Stätten und charmanten Städtchen
- Finnlands Oulu wird 2026 zur Kulturmetropole des Nordens
Dank der paradiesischen Strände in Cancún und Playa del Carmen ist die Halbinsel Yucatán die meistbesuchte Region Mexikos – allerdings brechen die wenigsten Traveller auch zur Erkundung des Hinterlandes auf. Schade, denn in der dschungelüberwucherten Weite Yucatáns warten koloniale Boutique-Städtchen, verwunschene Maya-Ruinen und Naturwunder darauf, entdeckt zu werden. Eine Rundreise über die Halbinsel, die immerhin 4,5-mal grösser ist als die Schweiz, ist nun um einiges einfacher geworden: Der neue Zug Tren Maya (Eröffnung 2024) verbindet in einem grossen Loop die wichtigsten Sehenswürdigkeiten miteinander: die Maya-Ruinen von Chichén Itzá, Cobá und Uxmal, die Städte Valladolid, Mérida und Campeche und die schönsten Strände an der Karibikküste. Zeitbedarf für die gesamte Rundreise: etwa eine Woche.
Unsere schönste Entdeckung der letzten Zeit ist die Halbinsel Peloponnes. Von den Touristenmassen verschont, hat sich der Südzipfel des griechischen Festlandes seine Authentizität bewahrt – ganz im Gegensatz zu Destinationen wie Mykonos, Santorin oder grosse Teile Kretas. Jeder der vier Finger der Peloponnes hat seine besondere Charakteristik. Während das westliche Messenien sich herausgeputzt hat wie eine Bilderbuch-Mittelmeerlandschaft, zeichnet sich beispielsweise die Halbinsel Mani durch karge, steinige Bergrücken aus, die zuweilen an eine Mondlandschaft erinnern. Man muss sich also entscheiden: Olivenhaine oder Felsen.
Wunderschön ist beides. Langgezogene Sandstrände gibt es auf der Peloponnes kaum, dafür umso mehr kleine Buchten, die man teilweise ganz für sich geniessen kann. Ein Mietwagen ist übrigens ein Muss, wenn man flexibel sein möchte. Nebst charmanten Städtchen (Nafplio, Koroni, Areopoli, Dimitsana) sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die antiken Stätten Olympia, Mykene und Epidauros.
Die USA, eine «Must-Visit-Destination»? Unbedingt – doch Trumps irrlichternde Politik drückte zuletzt die Nachfrage nach USA-Ferien. 2026 geht es für ein paar Wochen nicht um Politik, sondern um «die schönste Nebensache» der Welt: die Fussball-Weltmeisterschaft (11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA).
Das erste Spiel der Schweizer Nati steigt am 13. Juni im San-Francisco-Bay-Area-Stadion (Levi’s Stadium) gegen Katar. Das sollte zu schaffen sein – aber ein bisschen lautstarker Rückenwind von Schweizer Fans schadet nie. Also nichts wie hin.
Und wenn man schon mal da ist und Friscos Highlights – die Golden Gate Bridge, Chinatown, The Wharf – abgehakt hat, schnappt man sich ein Auto und zieht für einen Roadtrip der Küste entlang nach Norden. Ziel: Vancouver in Kanada, wo die Schweiz am 24. Juni auf Gastgeber Kanada trifft. Topstimmung ist dann garantiert.
Nach vielen Jahren Verzögerung hat eines der bedeutendsten archäologischen Museen der letzten Jahrzehnte endlich seine Tore geöffnet: das Grand Egyptian Museum in Kairo. Auf 32'000 Quadratmetern entfaltet die Schau die Kultur des alten Ägyptens. Etwa 50 000 Ausstellungsstücke aus einer mehrere Tausend Jahre währenden Zivilisation werden gezeigt. Herzstück sind die Funde aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun, dessen goldene Totenmaske zu den berühmtesten archäologischen Artefakten der Weltgeschichte gehört. Neu werden sämtliche über 5000 Objekte aus dem Grabmal gemeinsam gezeigt. Ebenfalls eindrücklich: Von den Panoramafenstern des Museums bietet sich ein fantastischer Blick auf die Pyramiden.
Zudem bieten sich in der Umgebung Kairos Ausflüge zum Ausgrabungsfeld von Sakkara an, wo die älteste Pyramide Ägyptens zu sehen ist, oder zu den Oasen in der Wüste (Wichtig: Vorher nach der aktuellen Sicherheitslage erkundigen). Und natürlich bietet das chaotisch vibrierende Kairo genügend Sehenswertes für ein langes Wochenende – allein schon ein Bummel durch den Souk, den Markt, ist ein Rausch aus Farben, Gerüchen und Geräuschen.
Den Rucksack schultern, den Alltag abstreifen und unterwegs ein Stück Klarheit finden: Eine Wanderung auf dem Jakobsweg ist immer eine gute Idee. Und im Jahr 2026 gibts zu den inneren Einsichten noch ein kosmisches Ereignis obendrauf: eine totale Sonnenfinsternis. Am 12. August gegen 20.30 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne und taucht Spanien in ein dämmriges Licht. Der Streifen der totalen Verfinsterung spannt sich in einem leichten Bogen über Nordspanien bis auf die Balearen.
Entlang des Jakobswegs ist die Sonnenfinsternis ab kurz hinter Pamplona bis in die Region um Santiago de Compostela zu sehen. Bester Spot ist allerdings die Hochebene Meseta, wo Hitze und Trockenheit des Sommers die Chancen auf einen wolkenarmen Himmel erhöhen. Wichtig: Unbedingt rechtzeitig die Unterkunft reservieren. Denn «Eclipse-Chasers», Sonnenfinsternis-Jäger aus aller Welt, strömen in dieser Zeit nach Spanien.
Die europäischen Kulturhauptstädte sind immer eine gute Inspiration, auch unbekannte Regionen zu entdecken. Schon mal etwas von der nordfinnischen Stadt Oulu gehört? Wahrscheinlich nicht. Die nördlichste Grossstadt der Europäischen Union liegt knapp unterhalb des Polarkreises und hat sich dank grosser IT-Firmen zum Silicon Valley des Nordens gemausert – als Touristenziel war die 216'000-Seelen-Stadt bis anhin allerdings nicht bekannt. Bis jetzt, denn die Küstenstadt am Bottnischen Meerbusen ist Europäische Kulturhauptstadt 2026 – und das nicht allein, sondern als ganze Region mit 32 umgebenden Gemeinden. Die über 500 Veranstaltungen und Projekte beinhalten «darstellende Künste, Festivals, Ausstellungen, Programme für Kinder und Jugendliche sowie dauerhafte Kunstwerke und Kunstrouten», wie es auf der offiziellen Ankündigung heisst. Highlights sind unter anderem eine Oper des indigenen Volks der Sami sowie die «Climate Clock»: sieben Kunstinstallationen in der gesamten Region, die für den Klimawandel sensibilisieren sollen.
Oulu ist eine Ganzjahresdestination. Im Sommer geniesst man die (fast) 24 Stunden Helligkeit am Strand oder auf den nahen Inseln, im Winter geht es mit Schlittenhunden auf Nordlichtjagd.
Georgien galt lange Zeit als «hidden gem» für individuelle Kulturreisende. Das könnte sich bald ändern. Denn seit kurzem verbindet Edelweiss Air die Schweiz direkt mit der georgischen Hauptstadt Tiflis. Reisen ins kaukasische Land am Schwarzen Meer werden damit einfacher denn je. Wer nur wenig Zeit mitbringt, sollte sich auf Tiflis konzentrieren: Die Millionenstadt überzeugt mit einer charmanten Altstadt, mit einer Architektur zwischen Sowjetzeit und modernen Bauten und mit berühmten Schwefelbädern mitten im Zentrum. Dazu gibt es eine ausgiebige und lebendige Food- und Bar-Szene. Wer länger bleibt, kann beispielsweise die Region Kachetien besuchen, Georgiens Weinherz, wo seit 8000 Jahren Weinbau betrieben wird, oder im Kaukasus entlegene Täler und Dörfer entdecken.