Tourismuskrise in Braunwald GL
Jetzt stehen auch Skischule und Klettersteig vor dem Aus

Die geplante Stilllegung der Gumenbahn in Braunwald GL hat weitreichende Folgen. Der Verein Trendsport Braunwald will den Klettersteig schliessen, falls die Bahn 2027 nicht fährt. Auch die Skischule kämpft ums Überleben. Gespräche mit den Sportbahnen sind gescheitert.
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Gespräche der Skischule Braunwald mit den Sportbahnen haben sich zerschlagen.
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Darum gehts

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  • Braunwald GL steht vor touristischer Krise: Gumenbahn-Stilllegung beeinflusst Klettersteig und Skischule
  • VTB plant Schliessung des Klettersteigs 2027, falls Gumenbahn nicht mehr fährt
  • Über 6500 Klettersteig-Besucher generierten 2026 rund 300'000 CHF Umsatz
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Braunwald GL kommt einfach nicht zur Ruhe. Das Ende des Skibetriebs und die geplante Stilllegung der Gumenbahn Ende Oktober ziehen immer weitere Kreise. Nun kündigt der Verein Trendsport Braunwald (VTB) an, den beliebten Klettersteig im Sommer 2027 nicht mehr zu öffnen, falls die Bahn tatsächlich nicht mehr fährt. Auch die Zukunft der Skischule ist ungewiss, wie es in einer Medienmitteilung der Initiative «Bruuwald zäme» heisst.

«Wir sehen darin keinen Sinn, falls die Gumenbahn nicht mehr betrieben würde», sagt VTB-Präsident Hansjürg Kessler. Besonders beim Kletterzwerg und beim Kinderklettersteig rechnet der Verein mit einem massiven Gästerückgang. Dabei boomt das Angebot: Dieses Jahr wurden laut VTB bereits über 6500 Besucher gezählt. Der Verein rechnet vor, dass diese Gäste den Sportbahnen rund 180'000 Franken Ticketumsatz bringen. Mit geschätzten Konsumationen kämen insgesamt etwa 300'000 Franken zusammen.

Eine Erschliessung über die Seblenbahn, wie sie von den Sportbahnen ins Spiel gebracht wurde, hält Kessler für unrealistisch. Die Anreise würde rund 45 Minuten länger dauern und deutlich weniger Gäste anziehen. Ganz aufgegeben hat der VTB aber noch nicht: Fährt die Gumenbahn weiter und wird die Finanzierung langfristig breiter abgestützt, würde der Verein auch 2027 die Klettersteige betreiben, heisst es in der Mitteilung.

Gespräche mit Sportbahnen gescheitert

Auch die Skischule Braunwald zweifelt, ob sich ein Weiterbetrieb noch lohnt. Geschäftsführer Reto Glarner hatte im Sommer gemeinsam mit Hansruedi Zopfi und Fritz Schuler die IG Mattwald gegründet. Die Idee: Mit dem Mattwald-Lift sollte wenigstens ein kleines Skiangebot erhalten bleiben. Doch die Gespräche mit den Sportbahnen über einen Kauf oder eine Miete des Lifts sind inzwischen gescheitert, heisst es.

Zwar kann die Skischule ihr Übungsgelände am Hüttenberg unabhängig von den Sportbahnen weiterbetreiben. Doch das reicht laut Glarner nicht. «Wir müssen in Braunwald in der Lage sein, ein Angebot für die ganze Familie anzubieten», sagt er. Dafür brauche es auch steilere Pisten. Andernfalls drohe Braunwald zu viele Gäste zu verlieren.

Businessplan für Ganzjahresbetrieb

Die Initiative «Bruuwald zäme» – in ihr haben sich Vereine, Betriebe und Einzelpersonen zusammengeschlossen – will sich mit der geplanten Stilllegung der Gumenbahn nicht abfinden. Schon bald soll ein Businessplan zeigen, wie in Braunwald in den kommenden drei Jahren ein kostendeckender Ganzjahresbetrieb möglich sein könnte.

Denn für «Bruuwald zäme» ist klar: Die Gumenbahn spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie sei nicht nur wichtig für Ausflugsziele wie den Zwerg-Bartli-Weg, sondern für die gesamte Destination. An den Sportbahnen hängen laut der Bewegung weit mehr als Skifahrer und Wanderer: Auch Hotels, Restaurants, Detailhandel, Gewerbe, Veranstaltungen und Arbeitsplätze seien direkt oder indirekt vom touristischen Angebot abhängig.

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