Kanton hilft mit Millionenkredit aus
Jetzt steckt auch Standseilbahn-Firma von Braunwald in finanziellen Nöten

Der Tourismus im Bergdorf Braunwald GL steckt noch tiefer in der Krise. Der Kanton muss die Betreiberfirma der Standseilbahn mit einem Sofortkredit stützen. Im Dorf tobt bereits ein Streit um das kürzlich beschlossene Ende des Skibetriebs durch die Bergbahnen.
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Die Standseilbahn nach Braunwald ist die einzige öffentliche Verbindung vom Tal ins autofreie Bergdorf.
Foto: Keystone

Darum gehts

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  • Braunwald kämpft: Skibetrieb eingestellt, Standseilbahn finanziell in der Krise
  • Kanton Glarus unterstützt mit 2,8 Millionen Fr., Sofortkredit von 600'000 Fr.
  • 2026 Verlustprognose: 2 Millionen Fr., nach 1,5 Millionen Fr. 2024 und 1 Millionen Fr. 2025
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

In Braunwald GL brodelts: Im Glarner Kurort gibt es Widerstand gegen das im Juni beschlossene Ende des Skibetriebs. Die dortigen Bergbahnen können den Betrieb finanziell nicht mehr stemmen. Jetzt stecken auch die Betreiber der Standseilbahn, die hinauf ins Bergdorf führt, in der Krise. So sehr, dass sie auf eine Geldspritze des Kantons angewiesen sind.

Die Braunwald-Standseilbahn AG rechnet alleine für dieses Jahr mit einem Verlust von 2 Millionen Franken, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt. Man stehe «finanziell vor einer erheblichen Herausforderung», heisst es dazu. Denn: Auch in den vorangegangenen Jahren haben die Standseilbahn-Betreiber rote Zahlen geschrieben. 2024 resultierte ein Minus von 1,5 Millionen Franken, 2025 eines von 1 Million Franken.

Kanton hilft mit Millionenkredit aus

Nun muss der Kanton Glarus als Besitzer aushelfen, um die Liquidität des Bahnunternehmens sicherzustellen. Insgesamt sind 2,8 Millionen Franken nötig. In einem ersten Schritt hat der Regierungsrat deshalb einen Sofortkredit von 600'000 Franken gesprochen. Weitere Gelder gibt der Kanton gestaffelt und bedarfsgerecht frei.

Mit dieser Massnahme bleibt der öffentliche Verkehr nach Braunwald ohne Unterbruch gewährleistet, wie die Bahnbetreiber im Schreiben betonen. Die Standseilbahn verbindet Linthal GL mit dem autofreien Tourismusort – und ist damit der einzige öffentliche Zugang nach Braunwald.

Die Braunwald-Standseilbahn AG nennt für den finanziellen Engpass mehrere Gründe. Unter anderem führt sie die Unterhalts- und Investitionskosten für die Bahn auf, die deutlich höher als erwartet ausgefallen sind. Der Verwaltungsrat arbeitet nun an einer neuen Investitions- und Unterhaltsplanung. Zudem hat der Regierungsrat eine Analyse in Auftrag gegeben, um die Gründe für die finanzielle Fehlentwicklung zu ermitteln.

Einheimische proben Aufstand

Braunwald sorgte zuletzt mit dem Aus des Skibetriebs für grosses Aufsehen. Das dortige Gewerbe plant nun den Aufstand gegen den Bergbahn-Chef Richi Bolt (57). «Kein Skifahren heisst keine Gäste», sagte der einheimische Unternehmer Fritz Schuler (57) kürzlich zu Blick.

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Reto Glarner (48) macht sich sogar dafür stark, dass wenigstens Teile des Skigebietes bestehen bleiben. Der Bauer und SVP-Politiker führt die Ski- und Snowboardschule Braunwald und präsidiert den Verein «Braunwald aufwärts». Sein Ziel: Wenigstens der Mattwaldlift und eine blaue Piste sollen im kommenden Winter weiter in Betrieb sein. Er hat deshalb den Sportbahnen ein Kaufangebot für den Lift mit seiner markanten Talstation unterbreitet.

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