Nach Skilift-Aus
So viel Wert könnten Ferienhäuser nun verlieren

Das Aus für den Skibetrieb in Braunwald GL schockiert: Ferienwohnungen könnten merklich an Wert verlieren, warnen Experten. Kurzfristig dürften die Zweitwohnungen gar zu regelrechten Ladenhütern werden.
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Die Ferienwohnungsbesitzer fürchten sich vor deutlichen Preiskorrekturen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Braunwald GL beendet Skibetrieb, Immobilienpreise könnten deutlich unter Druck geraten
  • UBS: Preisrückgang von Ferienwohnungen betrifft vor allem schnelle Verkäufe
  • Aktuelle Inserate-Preise: 7850 bis 12'400 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Die Kleinaktionäre in Braunwald GL sind fuchsteufelswild: Der Verwaltungsrat der Sportbahnen hat am Mittwochabend mit der knappen Aktienmehrheit im Rücken das Ende des Skibetriebs entschieden. Gewerbetreibende, Einheimische und Ferienwohnungsbesitzer befürchten nun, dass die lokale Wertschöpfung bachab geht und die Immobilien im Ort massiv an Wert verlieren.

Die Sorgen kommen nicht von ungefähr: Ein Skigebiet ist ein starker Werttreiber für Zweitwohnungen. «Skifahrer sind ein eher zahlungskräftiges Publikum», sagt UBS-Chefökonom Claudio Saputelli (57) zu Blick. «Ohne Skigebiet verliert der Ort an Attraktivität. Wie stark die Preise von Ferienwohnungen nun fallen, lasse sich aber kaum vorhersagen. «Es könnten 10 oder 20 Prozent sein, aber auch deutlich weniger», so der Immobilienexperte. Da die Zukunft des Skigebiets bereits seit einiger Zeit ungewiss war, sind die Preise in den zwölf Monaten bis zum Frühling 2026 bereits leicht gesunken, wie die aktuellsten Zahlen der UBS zeigen.

Kurzfristige Verkäufe werden schwierig

Die weitere Preisentwicklung oder auch -korrektur hängt unter anderem davon ab, wie rasch nun ein Teil der Eigentümer ihr Chalet oder ihre Ferienwohnung loswerden will. «Bei einem kurzfristigen Verkauf muss man sicher einen merklichen Preisabschlag machen», sagt Saputelli. Denn: Ein potenzieller Käufer weiss um das Ski-Aus und wird einen Rabatt erwarten. Da Verkaufswillige jedoch die vergangenen Preise als «Anker» im Kopf haben, dürften sie derzeit noch kaum zu grösseren Abschlägen bereit sein. Saputelli dazu: «Eigentümer bewerten ihre Objekte oft viel höher als der Markt. Das könnte im ersten Moment dazu führen, dass die Inserierdauer deutlich steigt.» 

Ein Beispiel ist das Skigebiet Les Paccots/Châtel-Saint-Denis im Kanton Freiburg. Nachdem der Skibetrieb deutlich reduziert werden musste, mussten Verkäufer von älteren Ferienwohnungen in den letzten Jahren Preisabschläge von 10 bis 15 Prozent in Kauf nehmen. Wer dazu nicht bereit ist, droht jahrelang auf seiner Immobilie sitzenzubleiben.

Mittelfristig könnte Nähe zu Zürich helfen

Aktuell sind auf dem Immobilienportal Homegate zwei Ferienwohnungen und zwei Chalets in Braunwald inseriert. Drei im Bereich von 7850 bis 8300 Franken pro Quadratmeter Wohnfläche, das eine Chalet liegt bei 12’400 Franken. Gemäss Wüest Partner lagen die Transaktionspreise bei Ferienobjekten in der jüngsten Vergangenheit zwischen 7500 und 8000 Franken pro Quadratmeter, bei Chalets könne der Preis je nach Aussicht und Ausbaustandard auch etwas höher gehen, sagt Robert Weinert (47) von der Immobilienberatungsfirma Wüest Partner.

Weinert rechnet ebenfalls mit einer Korrektur: «Kurzfristig werden Eigentümer Preiszugeständnisse machen müssen.» Was den Chaletbesitzern in die Karten spielt: Die Preise in Braunwald sind in den letzten Jahren deutlich weniger stark gestiegen als im Gesamtmarkt. «Deshalb sollten die Preisabschläge nicht ganz so gross ausfallen», so Weinert. Zudem profitiere der Ort von der Nähe zum Grossraum Zürich, einem kaufkraftstarken Einzugsgebiet. 

Mittelfristig könnte es auf dem Markt in Braunwald eine Verschiebung geben, sind sich die Experten einig. Falls die Destination es schafft, die Angebote in den anderen Jahreszeiten zu stärken und noch mehr zum Ziel für Ruhe suchende Gäste zu werden. «Es gibt Gäste, die ihre Ferienwohnung in Braunwald wegen des Skigebiets gekauft haben, aber auch solche, die das Beschauliche schätzen», sagt Jürg Grünenfelder (52), Standortinhaber Remax Immobilien in Glarus.

Verkaufen Wintersportfans ihre Wohnung, könnten künftig solche in die Bresche springen, die in ihrer Freizeit vor allem die Ruhe suchen. Diese Gäste sind jedoch oft die härteren Verhandlungspartner, wenn es um den Preis geht.

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