Darum gehts
- Ferienwohnungen an Toplagen kosten bis zu 25’000 Franken pro Quadratmeter
- In Evolène und Goms im Wallis gibt es 3,5 Zimmer ab 594’000 Franken
- Das sind die 15 günstigsten Destinationen in den Schweizer Alpen
Die heissen Sommertage machen vielen Menschen im Unterland zu schaffen. Um der Hitze zu entkommen, flüchten sie in die Berge. Wer den Sommer und den Winter in den Bergen verbringen möchte, für den lohnt sich eine Ferienwohnung in den Schweizer Alpen ganz besonders.
Für die meisten Alpendestinationen der Schweiz gilt jedoch: Nur wer ein dickes Portemonnaie hat, kann sich einen Zweitwohnsitz leisten. Quadratmeterpreise von 25’000 Franken sind an Toplagen wie Gstaad BE, St. Moritz GR oder Zermatt VS keine Seltenheit.
Doch es gibt noch Orte in den Schweizer Alpen, wo eine Ferienwohnung weniger als eine Million Franken kostet. Der Swiss Alpine Property Focus 2026 der Grossbank UBS zeigt, in welchen Berggemeinden die Preise unter 10’000 Franken pro Quadratmeter liegen. Die Bank hat die Immobilienpreise von 35 Destinationen in den Schweizer Alpen analysiert.
Ferienwohnungen unter einer Million
Für 20 dieser Destinationen gilt: Die Quadratmeterpreise für eine Ferienresidenz liegen zwischen 10’000 und 25’000 Franken. Es sind die üblichen Topdestinationen, die mit einem grossen touristischen Angebot und internationaler Bekanntheit auftrumpfen können.
Abseits dieser Toplagen gibt es 15 weitere, vergleichsweise günstige Orte in den Alpen. Hier kostet der Quadratmeter weniger als 10’000 Franken. Eine durchschnittliche Ferienwohnung mit 3,5 Zimmern und 90 Quadratmetern kostet dort zwischen 594’000 und 828’000 Franken.
Die günstigsten Alpendestinationen in der Schweiz sind die beiden Walliser Gemeinden Evolène und Goms. Der Quadratmeter kostet dort 6600 und 6700 Franken. Beide Gemeinden befinden sich 1400 m ü. M. – allerdings erhebt sich das Skigebiet von Evolène auf bis zu 2700 m ü. M. Dort sind die Chancen auf Schnee im Winter also hoch.
Höhenlage bestimmt den Preis
«Die Höhenlage spielt eine Rolle, wenn es um die Preise geht, da sie die Schneesicherheit und das Sommerklima beeinflusst», sagt Maciej Skoczek (39), Immobilienökonom der UBS. Sie sei jedoch nur ein Faktor unter vielen. Gstaad etwa gehöre trotz vergleichsweise tiefer Lage zu den teuersten Destinationen – Nendaz VS wiederum trotz hoher Schneesicherheit zu den günstigen Lagen in den Alpen.
«Die tieferen Preise sind vor allem strukturell bedingt», sagt der Immobilienexperte. Das touristische Angebot und die internationale Bekanntheit seien bei günstigen Destinationen deutlich schwächer. Das führe zu weniger Nachfrage und einer geringeren Zahlungsbereitschaft. «Dementsprechend stehen dort im Schnitt mehr Wohnungen zum Verkauf.» Gleichzeitig wurde in den letzten Jahren weniger in Neubauten und Renovationen investiert.
Preise dürften steigen
Zu den günstigen Alpendestinationen gehören Flumserberg SG, Wildhaus SG und Braunwald GL, Disentis und Savognin in Graubünden sowie Hasliberg BE und Leukerbad VS.
Die Immobilienpreise dieser Orte seien zwar vergleichsweise tief, aber stabil. Mit einem Preiskollaps sei nicht zu rechnen, sagt der Experte. «Auch günstigere Destinationen dürften in den kommenden Jahren weiter zulegen, wenn auch weniger stark als bekannte Toplagen», sagt Skoczek.
Eines gelte es jedoch zu beachten: «Gerade günstigere Gemeinden stehen oft vor finanziellen Herausforderungen, um Investitionen in die Infrastruktur stemmen zu können», sagt Skoczek. Es drohen deshalb eher höhere Steuern und Abgaben als in den Topdestinationen. Oder ein Abbau touristischer Attraktionen wie etwa die Schliessung einer Bergbahn.