Darum gehts
- Benzinpreis in der Schweiz steigt auf 1.97 Franken pro Liter
- Trockenheit und Iran-Krieg treiben Kosten an, keine Entspannung sichtbar
- Seit Februar Anstieg um 22 Prozent, Diesel sogar um 28 Prozent
Autofahren wird hierzulande immer teurer. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar steigen die Preise an den Zapfsäulen der Schweiz steil an. Ein Jahreshöchstwert folgt dem nächsten. Jetzt liegt der Preis für Bleifrei 95 laut dem TCS durchschnittlich bei 1.97 Franken pro Liter – ein nächster Höchstwert.
Noch im Februar kostete ein Liter Bleifrei 95 1.61 Franken. Dann brach der Iran-Krieg aus. Seither verteuerte sich das Benzin um satte 22 Prozent. Beim Diesel fällt der Anstieg mit 28 Prozent noch steiler aus. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Bereits dieses Wochenende könnte die 2-Franken-Marke fallen.
Krieg, Trockenheit, Absprachen
Die Gründe für die hohen Preise sind vielfältig. Im Frühjahr waren vor allem die Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus schuld. Durch die wichtige Meerenge gelangt seit den Blockaden durch den Iran und die USA deutlich weniger Rohöl nach Europa. Auch die kurzen zwischenzeitlichen Öffnungen der Meerenge führten nicht zur nachhaltigen Erholung der Benzinpreise.
Europa hat auch seine ganz eigenen Probleme. Wegen der anhaltenden Trockenheit führen Europas Flüsse so wenig Wasser wie nie. Die für die Wirtschaft wichtige Schifffahrt ist stark eingeschränkt – oder mittlerweile gar ganz eingestellt. Alleine dieser Effekt mache rund 12 Rappen aus, erklärte Tankstellenbetreiber Michael Knobel (45) dem Blick bereits im Juli – und hoffte auf baldigen Regen. Doch dieser lässt noch immer auf sich warten. Die Lage auf dem Rhein hat sich in der Zwischenzeit weiter verschlechtert. Mitte August fahren kaum noch Schiffe.
Kommt noch hinzu, dass die grossen Tankstellenbetreiber immer wieder im Verdacht stehen, ihre Preise abzusprechen und somit den preisdrückenden Konkurrenzkampf auszuhebeln.
Allzeithoch noch weit weg
Die Benzin-Höchstpreise aus dem Jahr 2022 sind aber noch lange nicht erreicht. Nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs stiegen die Preise für einen Liter Bleifrei 95 zwischenzeitlich auf 2.30 Franken.