Swisscom-Tochter verteuert Abos – nach jahrelangem Tiefpreis-Versprechen
Wingo dreht an der Preisschraube – Kunden sind hässig

Der Billiganbieter der Swisscom erhöht seine Abo-Preise um rund einen Franken pro Monat. Kunden werden im September automatisch auf teurere Handy-Abos umgestellt. Einige haben aber die Möglichkeit, den alten Preis zu behalten.
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Simsen, surfen und telefonieren wird für viele Wingo-Kunden teurer.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wingo erhöht Mobilfunk- und Internet-Preise ab September um rund einen Franken pro Monat
  • Kunden kritisieren Änderung als unfair
  • Ausnahme sind Altverträge, die vor dem 8. August 2023 abgeschlossen wurden
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

«Lebenslang» soll der Kampfpreis fürs Handy-Abonnement gelten. Mit diesem Werbeversprechen sorgte der Telekom-Billiganbieter Wingo im November 2021 für Furore. Das dürfte viele Schnäppchenjäger angelockt haben.

Wer damals euphorisch den Anbieter wechselte, schaut nun aber in die Röhre. Die Swisscom-Tochter erhöht die Preise erneut – nur ein Jahr nach der letzten Anpassung. Einige Kunden wurden bereits informiert, dass ihr Abo im September automatisch durch ein neues ersetzt wird. Dieses kostet monatlich einen Franken mehr. Dafür gibts zusätzliche Leistungen wie mehr Roaming-Pakete oder Sicherheitsfunktionen. Der «Tages-Anzeiger» berichtete zuerst darüber.

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«Kommt mir wie eine fiese Masche vor»

Bis Ende Juli werde Wingo sämtliche Kunden über die Umstellung informieren, teilt eine Sprecherin auf Anfrage von Blick mit. Dieselbe Preiserhöhung gebe es zudem bei allen Internet-Angeboten. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer Überarbeitung des Angebots: «Ziel ist es, für alle Nutzungsbedürfnisse ein zeitgemässes, fair bepreistes Angebot bereitzuhalten», so die Sprecherin. 

Die Preiserhöhung stösst einigen Kunden aber sauer auf. Auf der Plattform Reddit teilt ein User seinen Frust – und adressiert die Swisscom-Tochter direkt: «Du hättest der einzige Anbieter sein sollen, der nicht total mies ist!» Das Upgrade sei für ihn «völlig nutzlos». Und: «Schadet mir das finanziell? Nein. Aber es kommt mir wie eine fiese Masche vor.» Auch eine Blick-Leserin meldet sich und tut ihren Ärger kund: «Die Kunden werden an der Nase herumgeführt», sagt sie. Und weiter: «Heisst lebenslang etwa vier, fünf Jahre?»

Wichtige Ausnahme

Beim Verfasser des Reddit-Beitrags dürfte es sich um jemanden handeln, der nach dem 8. August 2023 zu Wingo gewechselt ist. Denn: Kunden, die ihr Abo noch unter dem lebenslänglichen Tiefpreisversprechen abgeschlossen haben, können bei ihrem bisherigen Modell bleiben. Im August vor drei Jahren ersetzte Wingo das kühne Werbeversprechen aber durch einen «lebenslangen Rabatt». Anders als der lebenslange Preis schützt dieser Kunden nicht mehr vor späteren Preiserhöhungen.

Um dieser zu entgehen, müssen sich die entsprechenden Kunden selbst bis zum 31. August bei Wingo melden – und auf den Mehrwert der neuen Angebote verzichten. Wer das nicht tut, wird automatisch auf das neue Abo umgestellt. 

Auch Swisscom, Sunrise und Co. erhöhen Preise

Wingo ist nicht der einzige Mobilfunkanbieter, der jüngst an der Preisschraube drehte. Auch die Sunrise-Töchter Yallo und Lebara erhöhen ihre Abopreise per 1. August 2026, ebenfalls um rund einen Franken pro Monat.

Und auch die Mutterkonzerne lassen ihre Kunden tiefer in die Tasche greifen: Den Anfang machte Swisscom im April dieses Jahres. Der Marktführer erhöhte die Preise für Mobile- und Internet-Abos um 1.90 Franken pro Monat, TV- und Festnetz-Abos wurden um 90 Rappen teurer. Kurz darauf zog Salt, die Nummer 3 im Land, nach und verteuerte seine Mobile-Abos je nach Angebot um ein bis zwei Franken pro Monat. Und per 1. August gelten auch bei Sunrise höhere Preise von bis zu 1.50 Franken. 

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