«Ich war schockiert»
Kundin schickt TV-Box von Yallo zurück – und erhält hohe Rechnung

Die Zürcher Kundin ist kein Einzelfall, wie die Statistik zeigt: Sunrise führt mit ihren Tochterfirmen wie Yallo auch dieses Jahr die Ärgerliste an. Aber auch die Swisscom verzeichnet mehr Beschwerden.
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Eine Zürcher Seniorin liess eine TV-Box austauschen, weil sie nicht funktionierte.
Foto: Tobias Bolzern

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 88-jährige Frau aus Zürich erhielt nach TV-Box-Rücksendung 700-Franken-Rechnung
  • Sunrise und Tochtermarken führten 2025 Ombudscom-Beschwerdenliste mit 449 Fällen an
  • Swisscom erhielt bis April 2026 bereits 143 Beschwerden, 250 im gesamten 2025
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Lukas Lippert
Beobachter

«Ich war schockiert, als ich plötzlich die hohe Rechnung bekam», sagt die 88-jährige Therese Meier, die eigentlich anders heisst. Die Seniorin aus der Zürcher Agglomeration wurde von einem Yallo-Mitarbeiter zum Wechsel ihrer TV-Box überredet. Sie koste 34 Franken pro Monat, hiess es.

Nachdem ihr die Box zugeschickt worden war, konnte sie sie nicht montieren. Auch ihr Nachbar scheiterte daran. Also schickte sie das Gerät zurück – und erhielt eine Rechnung über 700 Franken. Als Witwe mit Ergänzungsleistungen kann sie diese Summe nicht zahlen.

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Meier wandte sich also an die Ombudscom, die zwischen Telekomunternehmen und Konsumenten vermittelt. Ihr Verfahren läuft noch. Doch mit ihrem Ärger über Yallo, das zu Sunrise gehört, ist Meier nicht allein.

Die neueste Statistik der Schlichtungsstelle zeigt, dass Sunrise letztes Jahr die meisten Fälle verzeichnete – zusammen mit ihren Tochtermarken Yallo, UPC, Lebara und Aldi Mobile. In den ersten vier Monaten dieses Jahres beschwerten sich neben Meier 449 Menschen über Sunrise-Angebote, mehr als über jede andere Telekomfirma in der Schweiz. Besonders auffällig ist die hohe Zahl der Beschwerden über Yallo.

Sunrise verspricht Besserung

Und das ist keine neue Entwicklung. Sunrise führt die Ärgerliste seit 2022 an. Dabei hatte das Unternehmen letztes Jahr versprochen, sich zu verbessern. Die Anzahl der Verfahren entspreche nicht dem eigenen Anspruch, sagte Sunrise-Sprecher Willy-Andreas Heckmann damals zum Beobachter. «Wir haben unsere Ziele noch nicht erreicht, sind aber auf einem guten Weg.»

Auch jetzt schreibt Sunrise auf Anfrage, man habe die Ziele «sicher noch nicht erreicht, wir sehen uns aber gesamthaft weiterhin auf einem guten Weg». Man arbeite «weiter intensiv daran, dass der Gang zur Ombudscom für unsere Kunden die Ausnahme bleibt».

Den Anstieg der Yallo-Fälle erklärt das Unternehmen mit einer gezielten Kampagne. «In den letzten beiden Jahren wurde seitens Dritter gezielt eine öffentliche und politische Diskussion um die Kündigungsmodalitäten lanciert.» Bei Yallo können Kunden seit 2018 ausschliesslich über Telefon oder Chat kündigen. Konsumentenschutzorganisationen kritisieren diese Praxis.

Auch bei der Swisscom häufen sich die Beschwerden

Sunrise ist aber nicht das einzige Unternehmen, das in der Kritik steht. Auch zur Swisscom gingen bei der Ombudscom in den ersten vier Monaten 2026 bereits 143 Fälle ein. Deutlich mehr als letztes Jahr, als es im ganzen Jahr 250 waren.

«Wir stellen leider eine leichte Zunahme fest», bestätigt die Swisscom auf Anfrage. Unter Berücksichtigung der Marktanteile sei es aber noch immer eine im Verhältnis tiefere Fallzahl. «Wir arbeiten in allen Bereichen daran, den Kunden einen sehr guten Service zu bieten, und suchen gemeinsam nach Lösungen, falls etwas nicht im Sinne der Kunden läuft.»

Tatsächlich zeigt ein Vergleich der Ombudscom-Statistik mit den Marktdaten der Eidgenössischen Kommunikationskommission: Die Swisscom betreibt rund 54 Prozent aller Handyabos und führt den Markt an. Sunrise hat 26,5 Prozent der Kunden, Salt 18 Prozent. Sunrise mit halb so vielen Kunden wie die Swisscom verzeichnet mehr als doppelt so viele Beschwerdefälle bei der Ombudscom.

Weniger Beschwerden wegen Mehrwertdiensten

Eine positive Entwicklung gibt es hingegen bei den Beschwerden wegen sogenannter Mehrwertdienste. Sie gingen 2026 deutlich zurück. Dabei handelt es sich um Anrufe an kostenpflichtige Nummern oder getarnte, kostenpflichtige SMS – etwa zum Bezahlen eines Tickets, für erotische Dienste oder angebliche Gewinnspiele.

Falls Sie dennoch eine betrügerische SMS erhalten haben und dagegen vorgehen möchten, können Sie sich beim Beobachter informieren, was zu tun ist.

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