Streit um Lufthansa-Kurs
Swiss-Piloten beklagen den Verlust von Schweizer Werten

Die Verhandlungen um den neuen Gesamtarbeitsvertrag sind zäh. Neben besserer Arbeitsbedingungen geht es den Piloten jetzt auch um die Identität der Fluggesellschaft. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Swiss-Personal gegen den Lufthansa-Kurs auflehnt.
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Die Piloten der Swiss sind unzufrieden mit den laufenden GAV-Verhandlungen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss verhandelt mit Piloten einen neuen Gesamtarbeitsvertrag.
  • Piloten kritisieren wachsende Integration der Swiss in Lufthansa-Gruppe.
  • Gekündigter GAV noch bis Ende 2026 gültig.
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Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Der Streit geht weiter. Seit die Pilotinnen und Piloten der Swiss im vergangenen November ihren Gesamtarbeitsvertrag (GAV) gekündigt haben, laufen die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft. Bisher war bekannt, dass sich die Piloten vor allem für eine bessere Planbarkeit ihrer Einsätze einsetzen. Nun zeigt sich aber: Es geht ihnen in den Verhandlungen um mehr als nur um ihre Arbeitspläne.

Am Freitag äusserte sich die Piloten-Gewerkschaft Aeropers zu den zähen Verhandlungen – und machte dabei einen weiteren Streitpunkt publik: Offenbar stört die Piloten die fortschreitende Integration in die Mutter-Gesellschaft Lufthansa. Ein wichtiger Grund für die schleppenden Verhandlungen sei demnach, «dass die Swiss im Moment den Lufthansa-Weg zu gehen scheint und Schweizer Werte vernachlässigt», schreibt Aeropers. Auch bei der Unternehmenskultur orientiere man sich zunehmend an der Lufthansa. Der «Tages-Anzeiger» berichtete zuerst.

Swiss setzt auf Dialog

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Mitarbeiter der Swiss an der zunehmenden Zentralisierung stören. Und nicht nur die Piloten beklagen sich. Auch das Kabinenpersonal fremdelt mit der Annäherung an die Lufthansa. Eigentlich müssen die Maître de Cabine als Teil der standardisierten Begrüssung der Passagiere im Flugzeug seit Februar erwähnen, dass die Swiss zur Lufthansa-Gruppe gehört. Doch das geht laut Berichten regelmässig «vergessen» – und das offenbar mit purer Absicht.

Im Clinch mit den Piloten bestätigt die Swiss die Meinungsverschiedenheiten gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Man bedaure, dass Aeropers die GAV-Verhandlungen pausiert habe und sei weiterhin bereit, die Gespräche fortzusetzen. Man setze auf weitere Dialoge und Kompromissbereitschaft.

Angesprochen auf den Lufthansa-Vergleich sagt Dominik Jäggi, Head of Flight Operations, gegenüber der Zeitung: «Swiss ist in der Schweiz zu Hause. Der direkte Austausch, Verlässlichkeit und die Bereitschaft zum Kompromiss gehören zu unserer schweizerischen Art, gemeinsam Lösungen zu finden.» Beide Seiten betonen, dass sie weiter verhandeln möchten. Der gekündigte GAV läuft noch bis Ende 2026. Ein wenig Zeit bleibt also noch.

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