Stammkunde reklamiert: «Ich fühle mich betrogen»
Aldi preist irisches Trockenfleisch mit Schweiz-Flagge an

Ein Blick-Leser wird in einer Aldi-Filiale in Lausanne stutzig. Auf der Verpackung für Trockenfleisch fehlt die Schweizer Flagge. Am Regal heisst es dagegen: «Garantiert aus der Schweiz». Tatsächlich stammt das Fleisch aus Irland. Aldi spricht von einem Fehler.
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Dieses bei Aldi verkaufte Fleisch sieht ganz nach einem Schweizer Produkt aus. Es stammt jedoch aus Irland.
Foto: DR

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Aldi verkauft irisches Fleisch in der Schweiz mit irreführender Verpackung
  • Kunde entdeckte, dass «Country Beef» 0 Prozent Schweizer Fleisch enthält
  • 2023 geriet Aldi bereits wegen falscher Herkunftsangaben in Kritik
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Léo Michoud

Nichts deutet darauf hin, dass das Rindstrockenfleisch nicht aus der Region stammt. Das von Aldi am Regal angebrachte Etikett zeigt eine kleine Schweizer Flagge und den Vermerk «Garantiert aus der Schweiz». Auf den Verpackungen des Produkts «Country Beef» sind kleine aus Papier ausgeschnittene Kühe abgebildet – ganz nach der lokalen Tradition der Region Pays-d'Enhaut VD.

Doch das ist noch nicht alles: Auf der Packung steht auch der Markenname Alpina und dessen Motiv von drei Bergen. Nichts deutet also auf den ersten Blick darauf hin, dass das Fleisch tatsächlich gar nicht aus der Schweiz, sondern aus Irland kommt. Zumal es im Land des Guinness’ eher wenige Alpen gibt. Genau diese Erfahrung machte jedoch Basile* am 14. August in einer Aldi-Filiale in Lausanne unter der Bessières-Brücke.

Kunde fühlt sich betrogen

«Ich sah keine Schweizer Flagge auf der Verpackung, also wurde ich misstrauisch und drehte die Packung um, um das Etikett auf der Rückseite zu lesen», erinnert sich der Stammkunde des Discounters. «Es war wie üblich sehr klein geschrieben, aber ich konnte trotzdem entziffern, dass es 0 Prozent Schweizer Fleisch enthält.»

Tatsächlich steht auf dem Etikett auf der Rückseite der Verpackung: «Hergestellt in der Schweiz mit Fleisch aus Irland.» Das passt Basile nicht: «Ich dachte, ich würde Schweizer Fleisch kaufen, und fühlte mich darum betrogen.» Am Ende hat er die Heimreise ohne die Fleischpackung angetreten.

Dem Waadtländer zufolge führt die Art und Weise, wie Aldi das Produkt präsentiert, «die Kundschaft eindeutig in die Irre, auch wenn kein weisses Kreuz auf der Verpackung zu sehen ist». Einige Tage später bemerkte Basile denselben «Fehler» in einer anderen Aldi-Filiale im Kanton Genf erneut.

Nicht das erste Mal für Aldi

Es ist nicht das erste Mal, dass Aldi wegen einer solchen Situation in die Kritik gerät. Im Jahr 2023 enthüllte Blick, dass ein anderes Produkt der Marke Alpina in einem Schweizer Regal ausgestellt war, obwohl das Fleisch teilweise aus Deutschland stammte. Der Detailhändler hatte damals von «einem Fehler bei der Artikelverwaltung» gesprochen und angegeben, die betroffenen Etiketten ausgetauscht zu haben.

«Wenn in einer Packung mehr als 20 Prozent des Gewichts an Fleisch enthalten sind, das nicht aus der Schweiz stammt, dann ist die Verwendung der Schweizer Flagge rechtswidrig», erklärte damals Nicolas Guyot, Rechtsberater des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE), gegenüber Blick. Um die Schweizer Flagge rechtmässig verwenden zu dürfen, erfüllt das Aldi-Trockenfleisch nur eines von zwei Kriterien. Die Verarbeitung erfolgte zwar in der Schweiz, der Rohstoff stammt aber aus dem Ausland.

Aldi räumt seinen Fehler ein

«Wir haben leider einen Fehler bei der Verwaltung der Produktdatenblätter zu diesem Artikel gemacht und möchten uns bei Ihren Lesern entschuldigen», räumt Aldi ein. Der Detailhändler versichert, dass er «die Preisschilder noch im Laufe des Tages entsprechend korrigieren» werde und dass «das Produkt auf dem Etikett gemäss den gesetzlichen Bestimmungen deklariert ist und somit für den Verkauf zugelassen ist».

«Unsere Mitarbeiter erfassen unsere Artikel mit grösster Sorgfalt im System, doch leider lassen sich Eingabefehler nicht immer vollständig ausschliessen», erklärt die Pressestelle weiter. Zudem versichert Aldi, aus dem Vorfall die richtigen Schlüsse zu ziehen: «Wir nutzen diese Situation jedoch gerne, um weitere Verbesserungen vorzunehmen.»

Aldi greift seine Konkurrenten selbst regelmässig über den Preis an – etwa durch umstrittene Werbeanzeigen und durch Preissenkungen beim Fleisch. Diese Preissenkungen (insbesondere bei Schweinefleisch), denen Coop, Migros und Lidl oftmals folgen, weckten in der Vergangenheit Befürchtungen bei den Schweizer Fleischproduzenten.

* Name geändert 

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