Darum gehts
- Schweizer Jugendherbergen verzeichnen jährlich 820'000 Übernachtungen in 50 Unterkünften
- Beeindruckende Herbergen wie Burgdorf, Saint-Luc und Leissigen
- Übernachtung in Saint-Luc ab 48 Franken, Spa-Zugang kostet 13 Franken
Schweizer Jugendherbergen sollen günstig bleiben: «Unser Anspruch ist, dass man ab 49 Franken pro Person und Nacht im Mehrbettzimmer übernachten kann – inklusive Frühstück», sagt Jugi-Chefin Janine Bunte (53) im Blick-Interview. Für das Geld erhalten Gäste in einigen Unterkünften ein einmaliges Erlebnis. Denn gewisse Jugendherbergen in der Schweiz sind einzigartig. Blick zeigt sie dir.
Burgdorf BE – übernachten wie die Ritter
Vor 800 Jahren wurde das Schloss Burgdorf hoch über der gleichnamigen Stadt im Kanton Bern erbaut. Gemäss einer Sage wütete dort einst ein Drache. Seit 2020 können in den 31 Zimmern bis zu 115 Gäste schlafen. Die Räume sind thematisch eingebettet und lassen die vergangenen Zeiten richtig aufleben. Von der Terrasse aus hat man einen herrlichen Blick über das Emmental.
Übrigens: Gäste haben gratis Zutritt ins Museum des Schlosses.
Saint-Luc VS – Wellnessoase beim Matterhorn
Seit 1893 übernachten Reisende im denkmalgeschützten Gästehaus im Val d'Anniviers. Erbaut wurde es als Grand Hôtel du Cervin – und thront über dem Walliser Bergdorf Saint-Luc. Vor sechs Jahren wurde das historische Gebäude saniert. Seither gehört es zu den luxuriösesten Jugendherbergen der Welt.
Die Jugi hat eine eigene Wellnessoase mit beheiztem Schwimmbad, Sauna und einem türkischen Hamam. Bei gutem Wetter haben die Gäste eine atemberaubende Sicht auf das Matterhorn. Der Preis für eine Übernachtung im Mehrbettzimmer: 48 Franken. Der Spa-Zugang kostet zusätzliche 13 Franken.
Leissigen BE – Badi direkt vor der Jugi
Jugendherbergen mit einem eigenen Strand und direktem Seezugang gibt es selten. In Leissigen am Thunersee allerdings schon. Kinder können sich im grossen Garten und am Kieselstrand austoben, während die Eltern sich etwas entspannen. Nur zehn Autominuten von Interlaken entfernt, ist es eine attraktive und günstige Alternative im Tourismus-Hotspot Berner Oberland.
Mariastein SO – schlafen im Turmzimmer
Die Burg Rotberg stammt aus dem 13. Jahrhundert. Auch die Jugendherberge ist bereits etwas älter, sie wurde 1934 umgebaut. Seither waren schon viele Gäste zu Besuch nahe der französischen Grenze. So unter anderem auch der Gesamtbundesrat, wie dem Gästebuch zu entnehmen ist.
Der Weg zur Burg über dem solothurnischen Mariastein führt allerdings über einen steilen Aufstieg inklusive 150 Treppenstufen. Wer das schafft, erhält dafür mit etwas Glück ein Bett im spektakulären Turmzimmer.
Savognin GR – direkt bei der Bergbahn
An bester Lage direkt bei der Talstation der Bergbahnen in Savognin wollten die früheren Betreiber des Hotels Cube junge, zahlungskräftige Wintersportler anlocken. 2022 scheiterten sie. Jahrelang stand das Hotel Cube danach leer. Der Megabau wurde zum Geisterhotel.
Ende März der Umschwung. Das Stimmvolk gab den Plänen der Gemeinde grünes Licht: Mit 75 Prozent sprach sich eine deutliche Mehrheit für den Kauf des ehemaligen Hotels aus – entstehen soll eine Jugendherberge.
Noch ist diese nicht geöffnet. Am 18. Dezember erfolgt der Startschuss. Die 178 Betten sind ab sofort für alle Schnee- und Sportbegeisterten, Schulklassen und Familien buchbar. In einem Jahr sollen dann nochmals 85 Betten dazukommen.
Seelisberg UR – Mini-Jugi in der Natur
In Seelisberg UR über dem Vierwaldstättersee liegt die kleinste Jugendherberge der Schweiz. Der Luxus: der Ausblick und die intime Atmosphäre. Die Unterkunft wird als Gruppenhaus exklusiv vermietet – also perfekt geeignet für Feiern, Familien- und Vereinsanlässe. Auch kochen müssen die Gäste selbst. Die fünf Zimmer bieten Platz für insgesamt 25 Besucher.