Darum gehts
- Gemeinde Surses kauft leer stehendes Hotel Cube in Savognin für 8,9 Millionen Franken
- 75 Prozent der Wähler stimmten für den Kauf und die Umwandlung zur Jugendherberge
- Eröffnung ist für die Wintersaison Ende 2026 geplant
280 Betten stehen im Hotel Cube in Savognin GR leer – seit 2022. Und das, obwohl sich das Hotel an bester Lage direkt bei der Talstation der Bergbahnen befindet.
Doch bald soll wieder Leben in den Glaswürfel einkehren. Die Gemeinde Surses will das ehemalige Hotel kaufen und dieses in eine Jugendherberge umfunktionieren. Am Sonntag hat das Stimmvolk an der Urne nun grünes Licht gegeben: Mit 75 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit für den Kauf aus. Gleiches gilt für das Nebengebäude, heisst es in der Medienmitteilung. Für beides zusammen sowie den Parkplatz gibt die Gemeinde 8,9 Millionen Franken aus.
Jetzt muss es schnell gehen: Die Wiedereröffnung ist bereits für die Wintersaison Ende 2026 angekündigt. Dabei wird der Verein Schweizer Jugendherbergen (SJH), zu dem aktuell 50 Herbergen gehören, den Betrieb im Auftrag der Gemeinde führen.
Bei der Eröffnung 2005 galt das Cube-Hotel als Vorzeigehotel der Branche. Im «urbanen Würfel» sollten Sport, Entertainment, Design und Community miteinander verbunden werden. Die Gästezimmer – sogenannte «Boxen» – sind extra minimalistisch gehalten. Statt in den Zimmern zu verweilen, sollen sich die Gäste in der Lobby treffen und austauschen. Im Familienskigebiet Savognin fand das Konzept aber so scheinbar keinen Anklang.
Mehr Touristen auch im Sommer
Ab Ende Jahr soll die Jugi vor allem Familien, Gruppen und Schulen offenstehen – und so den Tourismus in der Region ankurbeln. Doch nicht nur für Skisportler ist die Herberge praktisch, auch im Sommer sollen so mehr Gäste angelockt werden – unter anderem an den Badesee Lai Barnagn.
«Durch die Einbindung in Plattformen im In- und Ausland soll die neue Jugendherberge zusätzliche Nachfrage generieren und die Bekanntheit der Region langfristig steigern», sagt SJH-Chefin Janine Bunte.
Bevor es mit dem Umbau losgehen kann, muss die Gemeinde aber zuerst den Kauf abschliessen. Die Fläche im Nebengebäude, für die es bereits Interessenten gibt, wird zudem zur Vermietung ausgeschrieben. Der Gemeinde ist durchaus bewusst, dass der Terminplan bis zur geplanten Eröffnung diesen Dezember sehr eng bemessen ist.