Darum gehts
- Swiss macht 30 Millionen Franken Gewinn trotz Irankrieg im ersten Quartal 2026
- Kreuzfahrt gestrichen: Roman Pfister kritisiert fehlende Kulanz der Swiss
- Pfisters Firma verliert mittleren fünfstelligen Betrag durch Lufthansa-Entscheidung
Die Tochter-Airline der deutschen Lufthansa-Gruppe hat glänzende Quartalszahlen vorgelegt. Trotz Irankriegs machte die Swiss im ersten Quartal 2026 über 30 Millionen Franken Gewinn – deutlich mehr als vor einem Jahr. Umso grösser ist das Unverständnis von Roman Pfister (46), Inhaber der Pfister Kreuzfahrten AG.
Das Unternehmen plante eine Kreuzfahrt von Kapstadt nach Mallorca mit 40 Gästen. Doch dann blieb die «Mein Schiff 4» vor der Strasse von Hormus stecken. Die Lage eskalierte, die Reise musste kurzfristig abgesagt werden.
«Die Swiss zuckt nicht einmal mit der Wimper»
Roman Pfister betont: «Unsere Kunden erhielten 24 Stunden nach der Absage den vollen Reisepreis zurückerstattet – dieser Service ist für uns selbstverständlich, auch wenn uns der Betrag natürlich wehtut.» Die Swiss hingegen sei zu keinem Entgegenkommen bereit gewesen, Pfister blieb auf den Kosten sitzen. Da platzte ihm der Kragen.
Denn was ihn besonders empört: Sämtliche Partner vor Ort hätten sich grosszügig gezeigt. Agenturen, Ausflugsanbieter, Leistungsträger erstatteten die Kosten, obwohl sie laut Konditionen nicht müssten. «Alle waren kulant, alle haben verstanden, dass dies eine Ausnahmesituation ist», sagt Pfister. «Alle – bis auf die Swiss.» Von der Airline habe er eine unempathische E-Mail bekommen – «dass die Flüge ja stattfinden». Nach dem Motto: Nicht unser Problem! «Wir sitzen auf einem mittleren fünfstelligen Betrag – und die Swiss zuckt nicht einmal mit der Wimper», kritisiert Pfister.
«Man sollte sich gegenseitig helfen»
Der Reiseveranstalter sagt: «Für die Swiss-Ausgaben müssen wir aufkommen. Wir arbeiten seit Jahren mit der Lufthansa-Gruppe gut zusammen. Ich stelle mir unter einer Partnerschaft etwas anderes vor. Man sollte sich gegenseitig helfen.»
Auf Anfrage antwortet die Lufthansa-Gruppe für die Swiss. Sie sei sich bewusst, «dass die aktuelle Lage für die gesamte Reisebranche herausfordernd ist». Der Fokus liege aber darauf, den Flugbetrieb «stabil, sicher und zuverlässig» aufrechtzuerhalten. Kulanzanfragen prüfe man «unter Berücksichtigung rechtlicher und verhältnismässiger Aspekte» und weise den «Vorhalt eines nicht partnerschaftlichen Umgangs nachdrücklich zurück».
«Wären mit einem Gutschein einverstanden»
Pfister schüttelt den Kopf: «Alle anderen Partner machen auf eigene Rechnung einen Schritt auf uns zu – nur die Swiss versteckt sich hinter Paragrafen und Zwischenhändlern», kritisiert er. «So versteht die Lufthansa-Gruppe also Partnerschaft: Gewinne gerne mitnehmen, Risiken konsequent abladen.»
Pfister bedauert, dass die Swiss zu keinem Kompromiss bereit war: «Wir wären mit einem Gutschein einverstanden gewesen. Niemand spricht davon, dass die Swiss das Geld in bar zurückzahlen muss.»