Preis von 800 Millionen Franken
Nestlé verscherbelt sein Vitamingeschäft an US-Firma

Nach der Ausgliederung des Wassergeschäfts trennt sich Nestlé nun von einer weiteren Sparte. Der Lebensmittelkonzern verkauft seine Mainstream-Nahrungsergänzungsmittel an einen US-Finanzinvestor. Der Preis überrascht, die Aktie taucht im frühen Handel.
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Nestlé verkauft sein Massengeschäft mit Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln an einen US-Finanzinvestor.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nestlé verkauft Mainstream-Vitaminmarken für 800 Mio. CHF an Yellow Wood
  • 2021 zahlte Nestlé 4,6 Mrd. CHF, jetzt grosser Wertverlust
  • Nestlé-Aktie fällt um 1 Prozent nach Deal-Ankündigung
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Nestlé-Chef Philipp Navratil (50) setzt die Verschlankungskur beim Schweizer Lebensmittelmulti fort: Der Konzern mit Sitz in Vevey VD hat seine Mainstream-Marken im Bereich Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsergänzungsmittel (VMS) an den US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners verkauft – zum Preis von 800 Millionen Franken. Der Verkauf soll in der ersten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen sein.

Es ist der zweite grosse Deal von Navratil, der vor einem Jahr als CEO von Nestlé übernommen hat. Ende Juli gab das Unternehmen bekannt, sein Wassergeschäft in ein Joint-Venture mit dem US-Finanzinvestor Platinum Equity auszulagern. Dadurch gehen Marken wie San Pellegrino, Perrier, Vittel, Henniez und Nestlé Pure Life in eine neue Gesellschaft über, an der die zwei Partner je 50 Prozent halten. Nestlé bekommt aus diesem Deal 2,8 Milliarden Franken.

Verkauf bringt Nestlé grossen Buchverlust ein

Der Verkauf seiner Massen-Vitamine ist Teil von Navratils Strategie, wenig einträgliche Sparten zu veräussern, um Schulden abzubauen. Gleichzeitig soll dadurch das Nestlé-Geschäft insgesamt profitabler werden und dies wiederum der zuletzt etwas kriselnden Aktie einen Boost verpassen. «Wir konzentrieren unsere Ressourcen auf die Bereiche, in denen wir über den grössten Wettbewerbsvorteil verfügen», so Navratil. Das Massengeschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln erfordere unter spezialisiertem Besitzer einen anderen Ansatz. Ganz verabschiedet sich Nestlé aber nicht aus dem Business mit Vitaminen, an seinen Premium-Marken hält der Konzern fest.

Beim neuen Deal nimmt Nestlé-Chef Navratil einen grossen Abschreiber in Kauf. 2021 hatte der Lebensmittelkonzern für das Geschäft mit Massen-Vitaminen noch gut 4,6 Milliarden Franken gezahlt – fast sechsmal so viel, wie er jetzt wieder bekommt. Marktbeobachter hatten mit einem deutlich höheren Preis gerechnet. Entsprechend zeigen sich die Anleger enttäuscht, die Nestlé-Aktie verliert am Mittwoch im frühen Handel knapp 1 Prozent.

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