Was zieht Ex-Boss Freixe da bloss ab?
Nestlé hat seit Monaten einen zweiten Vollzeit-CEO

Auf der Jobnetzwerk-Plattform Linkedin gibt es zwei Nestlé-Chefs: Philipp Navratil und Laurent Freixe. Doch nur einer schmückt sich zu recht mit dem Titel. Der andere hat offenbar Mühe loszulassen, wie Recherchen zeigen.
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Bei Linkedin finden sich gleich zwei CEOs von Nestlé.
Foto: Screenshot Linkedin

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nestlé hat auf Linkedin zwei CEOs: Laurent Freixe und Philipp Navratil
  • Freixe nennt sich im Profil weiterhin Nestlé-CEO, trotz fristloser Kündigung 2025
  • Posts auf Linkedin sind Privatsache
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Nestlé, grösster Lebensmittelhersteller der Welt, hat im Moment zwei Vollzeit-CEOs. Geht nicht? Doch, zumindest wenn es nach Linkedin geht, dem Online-Jobnetzwerk der Arbeitswelt. Wer dort nach dem CEO von Nestlé sucht, findet neben diversen Spartenchefs und Regionenleiterinnen auch zwei Namen zum obersten Nestlé-Boss: Laurent Freixe (63) und Philipp Navratil (49).

Zur Erinnerung: Freixe gehört seit Monaten nicht mehr zum Konzern. Der Franzose musste im letzten September wegen einer verheimlichten Beziehung am Arbeitsplatz Hals über Kopf seinen Posten räumen. Noch am selben Tag wurde Navratil als sein Nachfolger eingesetzt. Das erfährt auf Linkedin allerdings kein Mensch: Bei beiden steht direkt unter dem Profilbild «Aktuell: Chief Executive Officer (at) Nestlé S.A.». Besonders pikant: In der Kurzbiografie von Freixe ist als letzter Eintrag zu lesen «Chief Executive Officer, September 2024 – Heute, 1 Jahr 6 Monate». Freixe hat über 60'000 Follower auf Linkedin – und damit gut 20'000 mehr als Navratil.

Offenbar hat ihn noch keiner seiner vielen Follower darauf aufmerksam gemacht, dass er nicht mehr CEO von Nestlé ist!

Der Konzern hingegen hat es auf verschiedenen Ebenen versucht. Offiziell will sich der Lebensmittelmulti nicht zum peinlichen Verhalten des Ex-CEO äussern. Gut unterrichtete Quellen im Unternehmen bestätigen Blick, dass Nestlé mehrfach Druck aufgesetzt hat, Freixe zu einer Anpassung seines Netzwerk-Profils zu bewegen. Bis jetzt vergeblich! Der Franzose weigert sich offensichtlich.

Linkedin ersetzt Visitenkarte

Für die Reputationsexpertin und CEO-Beraterin Susanne Mueller Zantop (59) ist das ein absolutes No-Go, vor allem auch vor dem Hintergrund der fristlosen Entlassung des Franzosen bei Nestlé: «Freixe tut sich keinen Gefallen. Gerade er, der mit der Wahrheit sehr nachlässig umging, tut es auf Linkedin gleich nochmals.» Selbst wenn er jetzt kein CEO-Office mehr im Rücken hat, das ihm bei seinen Linkedin-Posts hilft, gäbe es eine einfache Lösung: «Wie auf der Website von Nestlé müsste Freixe sich einfach als «Former CEO» bezeichnen und seine Infobox entsprechend anpassen.»

Was früher die Visitenkarte war, ist heute das Linkedin-Profil. Deshalb achten auch die meisten CEOs darauf, dass sie auf dieser Plattform im besten Licht erscheinen. «Gerade in der Schweiz ist Linkedin bei der Rekrutierung das Mass aller Dinge», erklärt Matthias Mölleney (65), Experte für Personalmanagement und ehemaliger Personalchef der Swissair und anderer Schweizer Firmen. «Vom Einsteiger nach dem Studium bis zum oberen Kader ist ein guter Auftritt auf Linkedin relevant.»

Deshalb sind CEOs nicht ganz frei in ihren Aktivitäten auf der Plattform: «Was auf Linkedin gepostet wird, ist zwar Privatsache», erklärt Mölleney. «Doch die Kommunikationsabteilungen haben in der Regel ein scharfes Auge darauf, was der CEO auf der Plattform schreibt.»

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Freixe hat sich während seiner Zeit bei Nestlé immer wieder auf Linkedin feiern lassen. Dieser Verlockung kann dieser bis heute nicht widerstehen. Eine Intervention von Nestlé bei Linkedin war vergebens, die Posts seien privat, der Betreiber der Plattform könne nichts unternehmen. So sonnt sich der Ex-Boss immer noch im Glanz vergangener Zeiten an der Spitze von Nestlé.

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