Harte Sparmassnahmen
Berner ÖV-Betrieb BLS streicht 40 Jobs – und schliesst Reisezentren

Der wirtschaftliche Druck im öffentlichen Verkehr nimmt zu. Die BLS hat deshalb verschiedene Kostensenkungsmassnahmen beschlossen. Bis 2030 schliessen fünf Reisezentren – und verschwinden 40 Vollzeitstellen. Auch gibt es auf zwei Zugverbindungen weniger Kontrollen.
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Der Schweizer ÖV ist unter Spardruck.
Foto: KEYSTONE

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • BLS kündigt Stellenabbau und Schliessung von Reisezentren bis 2030 an
  • Mitarbeiter und Sozialpartner wurden über Massnahmen informiert
  • Ziel: Einsparung von 5 Millionen CHF in zwei Jahren
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Spardruck bei den Bern-Lötschberg-Simplon-Bahnen (BLS): Das Eisenbahn-Unternehmen mit Sitz in Bern will verschiedene Kostensenkungsmassnahmen umsetzen, wie es in einer Mitteilung am Dienstag schreibt. Das hat direkte Auswirkungen auf die Pendler – und die Mitarbeitenden.

Bis Ende 2030 will der ÖV-Betrieb 40 Vollzeitstellen abbauen. «Wo immer möglich werden die Stellen über Fluktuationen oder interne Wechsel abgebaut», heisst es dazu. Man habe die betroffenen Mitarbeitenden und die Sozialpartner über die Massnahmen informiert.

Fünf Reisezentren schliessen

Zudem schliessen die BLS ebenfalls bis Ende 2030 die fünf Reisezentren Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen. Am Standort Zweisimmen überprüft sie die Zusammenarbeit mit der Montreux Berner Oberland Bahn (MOB).

Gleichzeitig reduziert das Unternehmen die Öffnungszeiten an den Wochenenden. Künftig sind sonntags nur noch die Reisezentren in Spiez und Interlaken West ganzjährig geöffnet, jenes in Kandersteg während der Sommersaison. Die BLS reagieren damit auf den technologischen Wandel: «Immer mehr Billette werden über digitale Kanäle und nicht an bedienten Verkaufsstellen oder an den Automaten gekauft.» Heisst: Die Bahnfahrenden nutzen das Angebot der Reisezentren immer weniger. Letztes Jahr sorgten die BLS für verärgerte Kunden, weil sie im Kanton Bern ihre Bargeld-Billettautomaten abschuf – als erste grosse Bahngesellschaft der Schweiz.

BLS will 5 Millionen Franken sparen

Weiter führt das Unternehmen künftig weniger Kontrollen in gewissen Zugverbindungen durch. Auf der RegioExpress-Linie Bern–Langnau–Luzern setze man ab 2028 auf «sporadische Kontrollen». Und auf der Regio-Linie Spiez–Zweisimmen würden die Züge nur noch tagsüber ständig begleitet. Zudem werden die Züge von aussen nur noch einmal monatlich gereinigt – und nicht mehr alle 14 Tage.

Nicht betroffen von den Kostensenkungsmassnahmen ist das Fahrplanangebot, wie die BLS betont. Mit den Massnahmen will das Unternehmen in den zwei kommenden Jahren 5 Millionen Franken einsparen. Dadurch soll sich der Betrag, den Bund und Kantone für den regionalen Personenverkehr zahlen, auf 150 Millionen Franken pro Jahr reduzieren.

Die öffentliche Hand finanziert die ungedeckten Kosten im regionalen Personenverkehr. Denn die Transportunternehmen können die Ausgaben nicht mit den EInnahmen aus Billett- und Aboverkauf decken. Weil die finanzielle Lage bei Bund und Kantonen zunehmend angespannt ist, sind auch ÖV-Betriebe wie eben die BLS stärker unter Druck. Mit den Sparmassnahmen will man nun gegensteuern.

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