Darum gehts
- Schweizer Unternehmer Mario Lang verkauft Tausende Parmelin-Mützen seit WM-Match gegen Algerien
- 12 zusätzliche Angestellte sind im Einsatz
- Fast 1000 Bestellungen am Freitag, insgesamt mehrere Tausend verzeichnet
Gruppen-Erster, dann der souveräne Sieg gegen Algerien und schliesslich der historische Penalty-Krimi gegen Kolumbien: Die Fussball-Weltmeisterschaft ist für die Schweizer Nati bisher ein voller Erfolg. Dieser zahlt sich nicht nur sportlich und emotional aus, sondern auch finanziell. Wegen ihres Runs staubt die Schweiz dieses Jahr so viel Preisgeld ab wie noch nie.
Die WM ist aber nicht nur für das Team rund um Vargas, Xhaka und Co. lukrativ. Auch der Aargauer Unternehmer Mario Lang (52) macht mit dem Mega-Event unerwartet das Geschäft seines Lebens. Zu verdanken hat er das Bundespräsident Guy Parmelin (66) – und dessen knallrotem Mützli. Mit der Baseballcap, auf der in dicken weissen Lettern «Switzerland – great since 1291» steht, grinste Parmelin im Stadion von Vancouver in die Kameras. Die Spitze gegen Donald Trumps (80) MAGA-Bewegung (kurz für «Make America Great Again») sorgte schweizweit für Begeisterung.
«Das wird zum Kult-Produkt – da bin ich sicher»
Das Potenzial von Parmelins Mützli-Aktion erkannte Lang sofort. Kurz nach dem Algerien-Spiel nahm er eine eigene Version in seinen Onlineshop landjaeger.ch auf – und traf damit voll ins Schwarze. Seither wird der Händler von Bestellungen überrannt. «Wie viele es genau sind, will ich nicht verraten», sagt Lang im Gespräch mit Blick. «Sie liegen aber im vierstelligen Bereich – wir sprechen mittlerweile von mehreren Tausend Bestellungen.» Allein vergangenen Freitag knackte der Firmengründer fast die Marke von 1000 Bestellungen. Die Nati-Fans reissen ihm die freche Parmelin-Mütze regelrecht aus den Händen.
Und ihre Kauffreude hält an: «Seither haben sich die Bestellungen auf einem hohen Niveau eingependelt», freut sich der 52-Jährige. Die günstige Gelegenheit nutzte Lang sofort: Wenig später folgten in seinem Shop auch rot-weisse T-Shirts mit demselben Spruch. Inzwischen gibt es die Mützli auch in schwarzer und weisser Ausführung, dazu Shirts, Trägertops und sogar Kapuzenpullover – «für die kühleren Monate», wie der Aargauer sagt. Denn: «Auch nach der WM wird die Nachfrage da sein», so Lang. «Das wird zum Kult-Produkt – da bin ich mir sicher.»
12 zusätzliche Angestellte
Damit alle ihre Bestellung rechtzeitig im Briefkasten haben, hat sich der Unternehmer Hilfe geholt: «Rund 12 Personen arbeiten inzwischen zusätzlich bei uns», erzählt er. Drei weitere sollen noch dazukommen. Familie, Bekannte, freiwillige Helfer und Aushilfen drucken die Käppis, verpacken sie und bringen sie am Produktionsstandort in Büron LU zur Post.
Ob Lang schon eine neue Aktion für den bevorstehenden Match gegen Lionel Messis (39) Argentinien plant? «Dafür habe ich gar keine Zeit», sagt Lang. Aber eine andere Idee steht bereits in den Startlöchern: Bald will er ein personalisierbares Template in seinen Shop aufnehmen. Statt «Switzerland» soll dann jeder einen eigenen Namen auf die Mütze drucken lassen können – kombiniert mit dem Spruch «Great since …» und einem frei wählbaren Jahr. «So kann jeder sein eigenes Kult-Mützli gestalten.»