Leben in einer Sauna-Wohnung unter dem Dach
Regen, gib mir meinen Schlaf zurück!

Schlaflose Nächte in Winterthur ZH: Eine Dachwohnung im Töss-Quartier wird bei über 30 Grad zur Sauna und raubt Blick-Redaktor Martin Schmidt den Schlaf. Ein Erfahrungsbericht.
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Das Schlafzimmer von Blick-Redaktor Martin Schmidt liegt unter dem Dach und wird im Hitzesommer zur Sauna.
Foto: Martin Schmidt

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hitzesommer in Winterthur raubt Blick-Redaktor den Schlaf
  • Autor leidet unter deutlich über 30 Grad in Dachwohnung
  • Gewitter am 16. Juli brachte kurzzeitig Abkühlung und immerhin fünf Stunden Schlaf
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Martin SchmidtRedaktor Wirtschaft

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich im Büro ein Mittagsschläfchen gehalten. Ich bin einfach eingenickt. Auf einer kleinen, roten Couch in einer Glasbox neben der Kaffeemaschine. Die Kolleginnen und Kollegen mit dem Pappbecher in der Hand fanden es amüsant, mich da schlafend, statt arbeitend zu sehen. Ich lag da wie ausgestellt im Zoo. Haha!

Ich hingegen habe nichts zu lachen. Der Hitzesommer raubt mir den Schlaf. Von Sonntag bis Mittwoch blieben mir jede Nacht zwischen drei und vier Stunden. Am Mittwoch über Mittag bin ich schliesslich auf der Couch eingenickt. Bei angenehmer Bürotemperatur.

Bis zu 35 Grad unter dem Dach

In meiner kleinen Maisonettewohnung mit 42 Quadratmetern ist es in diesem Sommer unerträglich heiss. In den letzten Wochen lag die Innentemperatur kontinuierlich über 30 Grad – teilweise sogar deutlich darüber. Dachwohnung halt, selber schuld, könnte man sagen. Trotzdem habe ich beim Einzug nicht mit einer Sauna-Wohnung gerechnet. Sie wurde Anfang 2024 erstellt, ich habe sie damals im Winter bezogen. Ich erwartete, dass ein moderner Bau so gut isoliert ist, dass die Wohnung im Sommer nicht zum Treibhaus wird. 

Spätestens jetzt wissen wir aber: Schweizer Neubauten sind zwar für die Kälte gerüstet. Die Affenhitze, unter der wir künftig noch häufiger leiden werden, spielt in der Planung aber leider nur teilweise eine Rolle. In meinem Fall würde ich sagen: Der Architekt des Gebäudes, falls es denn einen gab, sollte sich einen neuen Job suchen. Die Wohnung verfügt nicht mal über Storen!

Ventilator und Sauna-Training helfen nicht

Mein Vermieter, ein angenehmer Herr, hat immerhin einen Teil der Fenster mit Folie verdunkeln und einen Vorhang montieren lassen. Davor wachte ich im Sommer jeweils um 6 Uhr auf, weil mir die Sonne auf dem Bett direkt ins Gesicht schrie: Guten Morgen, aufstehen! Doch auch mit Vorhang und Folie knallt die Sonne den ganzen Tag auf die Fensterfront und heizt den Innenraum wie unterm Brennglas auf. Die zwei bis drei Saunabesuche pro Woche können mich nicht auf das vorbereiten, was mich daheim erwartet. 

Ans Schlafen ohne Decke habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Falls ich denn schlafen kann. In der Regel liege ich stundenlang im Bett auf einer Kühldecke, während mich der Ventilator auf Hochtouren anbläst. Irgendwann drifte ich vor Erschöpfung weg. Durchschlafen? Davon kann ich nur träumen. Fast jede Nacht wache ich schweissgebadet auf.

Autos statt Schafe zählen

Ich lasse die Balkontür und das Toilettenfenster offen, in der Hoffnung, dass sich ein laues Lüftchen in die Wohnung verirrt. Doch das kleine Haus liegt im Winterthurer Töss-Quartier direkt zwischen Autobahn und Kantonsstrasse. Nicht mal einen Steinwurf von der A 1 entfernt, hilft die Lärmschutzwand im vierten Stock nur dürftig. So liege ich im Bett, zähle Autos statt Schäfchen und stelle mir vor, es wären Regentropfen. 

Regen, komm runter! Mein Schlaf wird dein bester Freund sein.

Am Donnerstagabend wurde mein Wunsch erhört. Für kurze Zeit wütete ein heftiges Gewitter, das ein wenig Milderung brachte. In der folgenden Nacht konnte ich mit Unterbruch immerhin fünf Stunden schlafen.

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