Darum gehts
- Alpschaukäserei Schwägalp leidet unter Umbau der Säntisbahn seit Sommer 2026
- Direktverkäufe halbiert, Online-Shop wird entscheidend für das Überleben
- Normalerweise 33 Prozent der Verkäufe über Direktverkauf, jetzt existenzbedrohend
Rund 60 Meter von der Talstation der Säntisbahn liegt die Alpschaukäserei Schwägalp. In einem normalen Jahr rennen ihr die Touristen, die auf den grössten Berg des Alpsteins wollen, regelrecht die Türen ein. Doch in diesem Sommer bleibt der Ansturm der Kundinnen und Kunden aus. Die Schwebebahn auf den Säntis wird derzeit für 22,7 Millionen Franken komplett erneuert. Seit Mai ist der Betrieb unterbrochen, erst im Spätherbst 2026 fährt die neue Bahn wieder – mit einer neuen Preisstruktur ohne Halbtax-Rabatt.
Der Umbau der Bahn ist für die Alpschaukäserei ein harter Einschnitt. Normalerweise setzt sie rund ein Drittel ihrer Ware über den Direktverkauf im Laden auf der Schwägalp ab. Jetzt sind die Verkäufe um rund die Hälfte eingebrochen – weit mehr, als Geschäftsführer Werner Näf erwartet hatte, wie SRF berichtet.
Jetzt bangt die Käserei um die Zukunft. «Natürlich ist man nie sicher, ob man es schaffen wird, die Existenz zu sichern», sagt Näf zu Blick. Zu den ausbleibenden Kunden wegen des Säntisbahn-Umbaus kommen auch noch weitere Sorgen hinzu. «Wir wissen, dass die Milchwirtschaft zurzeit am Boden ist. Darum ist auch der Käsemarkt sehr schwer zu bewirtschaften», so der Käserei-Leiter.
Alternativen sind unattraktiv
Alternativen zum Verkauf auf der Schwägalp sind deutlich unattraktiver. Verkäufe über den Detailhandel bringen viel weniger ein. «Der Preis ist sicher nicht lukrativ, aber besser als gar nichts», sagt Näf gegenüber Blick. Bei anderen Lösungen wie dem Verkauf von Milch sind die Margen sogar noch kleiner. Ein Rettungsanker für den Käserei-Chef: «Der Online-Shop ist für uns entscheidend. Da setzen wir alles dran, dass dieser noch bekannter wird.»
Näf bleibt hoffnungsvoll, dass sein Kult-Betrieb in den nächsten Monaten auch ohne Säntisbahn Kunden anzieht. «Wir hoffen einfach auf viele Gäste auf der Schwägalp, die zu uns in den Verkaufsladen kommen», sagt der Käsermeister zu Blick. Er wolle nicht zu pessimistisch sein. «Ich hoffe sehr, dass wir überleben werden.» Er setzt darauf, dass die Werbekampagnen, die die Käserei lanciert hat, neue Kunden bringen. «Dann sollten wir es schaffen.»